Betteln – I

credit: Illustration of a draw by diener der shi
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Wenn ich bettle, dann gestehe ich einen Wunsch ein – und ich nehme in Kauf, dass er nicht erfüllt wird. Ich zeige, dass ich mich wie ein schlussendlich doch gehorsames Kind Deiner Erziehung unterwerfe. Ich überlasse richtig oder falsch für mein Handeln, Erleben, Dir. Noch immer gehe ich mit meinen Wünschen Dir gegenüber unehrlich um. Ich nehme Dir die Einflussnahme, indem ich taktiere, gar nicht erst frage, es nicht den richtigen Zeitpunkt finde… gerade so, als ob mir dafür irgend eine Entscheidung oder Einschätzung zustünde. Es ist doch gerade mein Segen, dass ich erleben darf, wie Du für mich entscheidest, wie du richtig oder falsch bestimmst.

All mein Handeln steht unter Deiner Gnade. Indem ich bettle, zeige ich Dir, dass ich genau dieses Faktum annehme und danach lebe. Dein Wille zählt. Er geschehe.

Mein Betteln offenbart Dir, woran ich gerade denke. Meine Wünsche mögen mich entlarven – sie gehören in die Hände meiner Herrin. Mein Betteln lässt Dich fühlen, dass ich trotz virtueller Distanz wirklich Deinen Einfluss will. Und so ist mein Betteln ein Hochgefühl für Dich als Herrin, weil sich Dein sklave damit Deiner Gunst wirklich unterwirft.

Ich bin sklavenkind, und meine Mutterherrin lebt und erzieht nach der Maxime, dass wirklich Dein Wille geschehen soll. Du bist eingeladen, meine wahrhaftige Erzieherin zu sein.

Manipuliere ich uns, indem ich mich dem verweigere, so schade ich uns Beiden, schränke das weite Feld für Herrschaft, Gnade und Güte unnötig ein.

 

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