Begegnung statt Reibung

Der Mensch ist ein merkwürdiges Wesen, dem es unheimlich schwer fällt, in den eigenen Schuhen zu stehen, also den Moment zu leben und sich dabei nicht am Gegenwärtigen zu reiben, sondern im Einklang mit ihm zu stehen. Paare, die lange zusammen sind, gehen sich auf den Wecker, statt das Vertraute zu achten, Paare die oft getrennt sind, können aus ihrer Sehnsucht nicht den Trost ziehen, dass sie so zumindest immer spüren, wie sehr sie sich (nach wie vor) begehren.

Unsere Aufgabe ist letzteres. Und ich gestehe, ich stehe gerade an. Am Berg. An der Wand. Ich kann nicht mehr klar denken. Meine Sehnsucht nach Geborgenheit, nach sofort fühlbarem Rückhalt in meinem Dienen, nach offener Lust meiner Herrin, nach Berührung schlechthin, ist unermesslich. Alles tut weh, was uns die Distanz an Schwierigkeiten beschert. Missverständnisse führen zu Reibungen, wo wir doch nichts so ersehnen wie Berührung.

Der Frust über meine Unzulänglichkeiten wird riesig. Die Trauer über die Distanz unserer Trennung braucht einen Unterbruch, ein Fest, eine Begegnung, bei der wir mit jedem Augenkontakt, mit jeder Berührung, mit jedem Seilzug spüren, wie nahe wir uns doch sind. Immer sind, auch danach, wenn, leider, die Trennung erneut einsetzt.

Aber in die Trennung werden wir auch, das ist versprochen, nicht wahr, liebe strahlende Herrin Isis, die Erinnerung an jene Art Reibung mitnehmen, die wir so sehr geniessen – wenn wir Tiefe empfangen, zur Göttin erhoben und zum Lustsklaven penetriert werden…

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