Du meine Mutter Herrin

Ich habe in der Form schwärmerischer Verehrung schon immer Frauen als die höheren Wesen betrachtet. Und womöglich gefällt sich fast jeder Mann in der Kunst, „seine“ Frau zu erhöhen, will er sie erobern. So hat sich die Kunstform der Galanterie, des Charmes, entwickelt.

Aber wie wir wissen, wie viele Frauen leider nur zu schnell erfahren, hält das oft nicht an. Der gewöhnliche Mann neigt zu Trophäen, will besitzen, verfügbar machen, erobern.

Ich habe Frauen stets verehrt – und mir womöglich gar eingebildet, sie zu verstehen. Dabei bleiben Frauen uns zeitlebens ein Mysterium, haben sie Eigenschaften, die uns immer in Erstaunen versetzen, die wir nicht fassen können. Der weibliche Schoss, so sehr wir ihn begehren, bleibt vielen Männern auch ein fremder Ort, so sehr sie auch eingeladen wären, es zu ändern. Der Ort, den sie erobern wollen, ist auch mit einer stillen Furcht besetzt, einer Scheu, die oft nur überspielt wird.

Ich hätte immer sehr gerne sehr viel mehr von Euch Frauen gewusst. Gelockt worden bin ich sehr wohl, aber in meiner devoten Wesensart wirklich angesprochen und eingeladen worden, gewissermassen beim Wort genommen – eigentlich nie.

Seitdem ich Dich kenne und in Dir erstmals wirklich eine Herrin in meinem Leben habe, wird mir bewusst, was ganz objektiv ganz anders ist: Du bist auch eine Mutter.

Auch die Überhöhung der Mutter kennen wir Männer – aber dabei entsexualisieren wir die Mutter gern. Eine Mutter, die voller Lust ist und die Empfängnis des Begehrens weit über den Samen des Lebnes hinaus immer und immer wieder als Sinnbild des Lebens begreift, die Geilheit und Verlangen als ständig sich erneuernde Lebensenergie begreift?

Ja, eine solche Frau Mutter, eine solche Mutterherrin bist Du. Du bist lockende Lust, loderndes Verlangen, hungrige Geniesserin, empfangende Königin und wie die Mutter Erde, so riechst Du und schmeckst Du nach der reinen Lebenskraft, aus der alles Leben strömt – Du bist die Quelle all meiner Erfüllung.

Mütter sind die wahren sozialen Wesen. Sie gebären, sie ziehen hoch, sie umsorgen und behüten, sie sind in der Lage, für ihre Kinder unermessliches Leid auszuhalten, sie kennen kein Zögern, ihr Leben für sie einzusezten – so bedingungslos ist ihre Liebe. Und manchmal kommt es mir so vor, dass Du mit genau dieser Energie auch mich erziehst und abrichtest. Da ist Erziehung, Strenge, klare Struktur auf dem Weg, Dir den Diener für die Befriedigung Deiner Sehnsüchte heran zu bilden – aber auch unermessliche Güte, und Kraft und wider alle Rückschläge und Widerstände Bestand und Zuversicht, dass Deine Liebe und Sorge erkannt und vergolten wird.

Und dieses Mal, Herrin, wird Deine mütterliche Erziehung nicht darin sich erfüllen, dass Du ein weiteres Leben flügge werden lässt. Dieses Leben wird bei Dir bleiben und in den Ketten, die Du mir schmiedest, Geborgenheit und Erfüllung finden – geführt und behütet, gesäugt und genährt von Deiner alles umfassenden Lust, mit der Du mir das Leben als glücklicher sklave zeigst.

credit: Bild von Sardax; farbiges Original – courtesy of sardaxart.wordpress.com

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