Dank dem Internet – machen wir es weiter lebendig und sinnlich

Ich erinnere mich zurück an meine Anfänge in der Konfrontation mit meinem devoten Wesen. Da war so viel Aufbruch, so viel Freude an aufblühender Lust, so viel Wissen um die innere Richtigkeit und Aufrichtigkeit. Und so viel Kummer und Sorge über die Norm, von der ich glaubte, erstens, dass es sie gäbe und zweitens, dass ich als Einziger oder einer von ganz Wenigen abweichen würde. Was es nicht gab, war die Verständigung und das mögliche Erzählen und Reflektieren in einigermassen geschützten digitalen Umgebungen. Keine Blogs, kein Social Media, aber sehr viele, sehr viele Grenzen. Geschlossene Türen. So viel Nichtwissen. Einsamkeit. Hader mit sich selbst.

Versteht mich nicht falsch. Ich kann in so vielen dieser Blogs auch heute von tiefem Unglück lesen. Beziehungen bleiben schwierig, Wünsche erfüllen sich nicht, Vertrauen wird missbraucht, Liebe geheuchelt, Lustfreude zerschlagen. Aber wir Alle sind sehr viel mehr zu der einen Spezies Mensch geworden, von denen alle das gleiche suchen: Erfüllung, Heimat, Geborgenheit, Lust, Liebe, Identität, Annahme, Respekt.

Wer hier liest, wer selbst erzählt, wer reflektiert und teilhaben lässt, still mitliest und das Herz dabei nicht aussen vor lässt oder die eigene Lust und das Verlangen nicht verneint, stärkt vielleicht unwissend oder auch ganz bewusst eine andere Seele. Jede Form von Sexualität, Begegnung, Lust, jede Freude, jedes Erleben von Sinnlichkeit, Körperlichkeit und Spiritualität kann uns menschlicher machen und gleichzeitig göttlicher, wenn wir jene Momente erreichen, in denen wir in unserer Haut, in unserem Körper einfach daheim sind – und auch noch begehrt werden. Trifft auch Letzteres zu, so ist ein grosses Glück eingetreten – aber jede Sehnsucht danach wird bereits gemildert durch das Wissen, die Ahnung, das Nachlesen hier und andernorts, dass „man“ sein darf, wer man ist, wie man ist, was man ist. Respekt darf jeder erwarten, der ihn auch anbietet, und unsere Sehnsüchte wie unsere Wehmut machen uns – schon wieder – menschlicher. Es ist ein grosses Glück, erkannt zu werden und das auch zu wollen.

credit: Illustriert vom diener der shi – Printscreen von divinebitches.com – courtesy of kink.com

Es steckt in uns allen so viel Schönheit – und unser aller Sinnlichkeit ist für andere Menschen ein Rausch der Freude. Lust schenken – Menschen in ihrer Lust bestärken und erreichen – was für eine wunderbares Geschenk ist das!

Danke, Herrin, dass Du genau in diesem Sinn diese eine Frau bist, die mich das alles lehrt. Jeden Tag.

2 Kommentare zu „Dank dem Internet – machen wir es weiter lebendig und sinnlich

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