Lustsklave sein genügt (auch mir) nicht

credit: courtesy of sardax – sardaxart.wordpress.com

In unserer Lust begegne ich Dir so natürlich devot und unterwürfig, bin ich Dir und all Deinen Wünschen sklavisch ergeben. Da lerne ich schnell und leicht und geniesse die Unterwerfung so sehr, weil sie so natürlich erfolgt, und sie mich so sehr befreit.

In der Lust habe ich keinerlei ungebührliche Gedanken, entziehe ich mich keinem Ansinnen, erscheint mir kein Wunsch unberechtigt. Es ist möglich, dass ich an der Umsetzung scheitere, aber niemals am Wollen.

In meinem täglichen Alltag ist das leider nicht das Gleiche. Mir kommen so oft meine Welten durcheinander. Aufgabenstellungen, die Leadership verlangen, vorausgehendes Agieren, Durchsetzungskraft, Willen, Widerspruch – und dahinter steckt ein gewisser Druck, Aufgaben erledigt zu bekommen, Lösungen zu finden – und schon bin ich in unseren Dialogen, meinen täglichen Diensten oft weit weg von sklavischer Unterwürfigkeit oder auch nur vom Ton, der mir als Deinem devoten Diener angemessen wäre, ganz zu schweigen von meiner Reaktion, wenn Du diese Unachtsamkeiten, die ja eigentlich Missachtungen sind, auch noch benennst. Ich drehe und winde mich, will ungeschehen machen und umdeuten, was schon geschehen ist, statt dass ich fühlen würde, was DU fühlst und diesen FAKT vor alles stellte. Ich habe nicht gelernt, mich bei eigenen Fehlern hinzustellen und dieses Vakuum, diese stille Verzweiflung auszuhalten.

Dazu gehört, dass ich überhaupt schlecht über meine Gefühle reden kann. Wir Männer mögen solche eh häufig wegwischen und mit einem flachen Spruch darüber hinweg gehen wollen. Aber Gefühle sind das, woran Du erkennen kannst, wo ich stehe, was wirklich in mir vorgeht, was eine Situation mit mir macht. Und ich spüre, dass, wenn ich das wage, wenn ich Dir frei erzähle, was ich gerade fühle, weiter Vertrauen wächst. Gefühle sind mächtig, traurige Gefühle der Herrin eine Qual, Frustgefühle des sklaven aber oft die Basis für die weitere Arbeit. Weisst Du und spürst Du, wie ich fühle, auch über weite Distanzen, so kannst Du auch virtuell Einfluss nehmen und dort mit Deinen Massnahmen ansetzen, wo Du mich in meinem inneren Durcheinander erreichst.

Dass Du das immer und immer wieder versuchst und willst, das ist unfassbar schön.

Darin fühle ich mich bei Dir immer geborgen.

 

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