Teilen

Du versuchst, mir das Teilen beizubringen. Mich mitteilen, alle Gedanken mit Dir teilen. Das ist mehr, als nur „schauen“, dass meine Herrin weiss, wo ich bin und was ich mache (auch das kriege ich ja noch immer nicht hin). Es ist mehr, aber es ist auch, vor allem, das Reden können über scheinbar Unwichtiges, und damit einher geht das Erleben, dass es einen Menschen gibt, der sich tatsächlich für „das alles“, für mich, für meine Banalitäten, interessiert.

Du willst mich erfassen können, ergründen. Dabei habe ich nie das Gefühl, Du würdest mich sezieren wollen. Wenn sich jemand so ehrlich darum bemüht, mich zu verstehen, dann ist das für jemanden wie mich, der in Gefühlsbelangen ein weing ein Autist ist, erst mal unfassbar. Ich kann ja Gefühle sehr wohl zeigen, reagiere auch emotional, wobei ich nicht nur mich irritieren kann. Aber als Mann zu Tränen oder Umarmungen zu stehen und auch damit bewusst zu leben, bedeutet in meinem Fall erst mal nur, dass ich gelernt habe, was das mit Männern anrichtet, wenn sie das auszublenden versuchen und ich ohne jede Gebrauchsanweisung bin, wie ich das besser hinbekommen kann.

Worin ich ganz schlecht bin: Zurücksetzung verarbeiten, das Gefühl benennen, wenn ich ersehne, und das nicht ein Schmachten ist, sondern ein Entbehren. Ich sitze meinen Frust aus, dabei müsste ich ihn benennen – und natürlich auch positiv versuchen, ihn zu überwinden. Denn wenn Du mir etwas verweigerst, habe ich den Grund zu erfahren, wenn ich ihn denn tatsächlich nicht kenne, und zu schauen, wie ich ihn beseitigen kann.

DEIN Frust ist es so oft, dass ich zwar wie hier viel vom Teilen rede und mir auch bewusst bin, dass ich mich mitteilen muss – aber umgekehrt ist auch gestrickt: Anteilnahme an Deinem Alltag bedeutet, dass ich mir viel mehr die Frage stellen muss: Weiss ich denn, was meine Herrin gerade tut und wo? Kenne ich Deinen Tag und habe ich ein Gefühl dafür, wie Du ihn angehst, erlebst, verarbeitest? Es ist die Art von Anteilnahme und Teilung, die Du anstrebst, und die Achtsamkeit, die wir wollen, die ich Dir auch zeigen will.

Vier Jahre ziehe ich Dich nun immer mal wieder in dunkle Täler, vier Jahre aber erklimmen wir auch immer wieder neue Berge. Und wir blicken in die Weite – und nichts möchte ich missen, was war und nichts macht mir Angst, was kommen mag. Ich habe allen Grund, dankbar sein zu dürfen. An meinen Ketten spüre ich ein bisschen Zug. Ich schaue auf, und sehe, dass meine Herrin aufgestanden ist. Deine Zielstrebigkeit tut mir gut.

credit: printscreen aus divinebitches.com – bearbeitet vom diener der shi – courtesy of kink.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.