Gebunden verbunden

credit: portrait – illustration vom diener der shi

Oh Herrin, wie trauig ist meine Sehnsucht oft, weil sie die Distanz unerträglich macht, statt sie verkleinert, weil ich in meinem Hunger einfach anmassend gegen mein Schicksal werde.

Wie traurig bin ich über jede verlorene Minute, die ich nicht zu nützen verstand, um Dir näher zu sein. Wie sehne ich mich nach Fesseln und Seilen, an denen ich mich nicht zu Dir heran ziehen kann, weil sie bereits dafür ausgelegt sind, mich bei Dir zu HALTEN. Zu behalten.

Nicht getrennt sein will ich, sondern verbunden.

Stehen vor Dir, knien bei Dir, gebunden sein und glücklich.

Weil ich da bin.

Bei Dir.

Deine Fesseln sind wie Umarmungen von Dir. Denn genau das drückst Du damit aus. Du umarmst mich, nimmst mich an und auf, gibst mir einen Platz. Was gibt es Schöneres, als wenn ein Partner so deutlich macht: Ich will, dass Du da bleibst, mir nicht fort läufst, Dich einlässt.

Und dann, wenn das Kunstwerk geschaffen ist, wenn ich fühle, dass ich hierher gehöre und nichts mich fortbringen kann, dann höre ich Dich, fühle ich Dich, sehe ich Dich, rieche und schmecke ich Dich. Du bist da und hast vor, es zu bleiben. Und willst mich bei Dir haben. Ein Leben lang. Die Seile mögen trocken und spröde werden, die Haut wird faltig werden – das Herz aber pocht bis zum letzten Tag in dieser devoten Freude über mein Glück.

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