Sklavische Treue

Mein Schwanz gehört Dir. Nicht mal ich berühre ihn über das Notwendige für die Hygiene hinaus, ohne dass Du die Erlaubnis dazu gibst. Und schon gar nicht macht das ein anderer Mensch. Ich werde mein ganzes Leben lang niemand anders mehr ficken als Dich.

credit: severesexfilms.com – Illustration vom diener der SHI – courtesy of kink.com

Und ich, der ich, ruhelos und heimatlos getrieben, überall Befriedigung gesucht habe, bin unfassbar glücklich über diese Aussage. So zeigt sich, dass in aller Freiheit, die wir heute kennen, trotz so vieler liberaler Beziehungsmodelle, Fokussierung und Ausrichtung auf eine Person und die Treue zu ihr noch immer eine zentrale Sehnsucht ist.

Kein Mensch kann für einen anderen alles sein, alle seine Bedürfnisse abdecken, ihm für alle Zeiten alles sein. Nun gibt es noch immer Liebesbeziehungen, in denen beide Partner bewusst akzeptieren können, dass einige Bedürfnisse unbefriedigt bleiben müssen – aber was ist, wenn sie sich dabei überschätzen?

Vor Dir bin ich angetreten und auf die Knie gegangen, alle meine Gedanken, Geheimnisse und Wesenszüge offen zu legen. Vor Dir bin ich nackt, und Du fängst mich auf. Du erhebst Eigentumsanspruch an mir, nichts und niemand führt an Dir vorbei, über Dich läuft alles. Aber Du entscheidest für mich, für uns, für Dich, in welcher Weise wir unser Erleben und Fühlen mit Dritten teilen – und dabei bleibt die Orientierung und Fokussierung auf meine Besitzerin und Herrin zu hundert Prozent und immer gewahrt. DAS lässt mich Heimat und Geborgenheit erfahren und macht mir den Stolz möglich, diese absoluten Aussagen über meine Beziehung zu meiner Herrin machen zu können.

Wir legen Wert auf Bindung, leben die entsprechende Verbindlichkeit und erfahren die Beharrlichkeit, mit der wir Beide dieser Bindung immer neue Nahrung geben, sie bejahen und leben, fühlen, sehen, beschreiben, was sie uns ist. Jeden Tag sind wir im Austausch, jeden Tag werden Ketten geschmiedet und Gefühle bejaht und gezeigt, welche diese Lust an dieser Bindung bekräftigen.

Dabei so was wie Stolz zu fühlen, verwundert und zutiefst dankbar zu sein über das, was ist, steht mir gut zu Gesicht. Denn diese Art Stolz setzt sich immer wieder in sklavische Ergebenheit um.

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