Vom Spiel zum Leben

credit: femmefatalefilms.com

Wenn ich nicht einfach dieses Bild betrachte, sondern mich selber dabei beobachte und mir meiner Gedanken bewusst werde, so steigt sehr tiefe Dankbarkeit aus mir hoch:

Gute Dominas sind in der Lage, in perfekten Rollenspielen Sehnsüchte anzusprechen – und sie wie natürlich zu erfüllen. Es wird eine Szene gespielt, dem Gast ist es möglich, für Minuten, vielleicht einige Stunden, von denen er lange zehren wird, in eine Welt einzutauchen, die ihm unerreichbar schien, und so mancher Mann schleppt einen ganzen Rucksack voller Schuldgefühle mit ins Studio: Seine Phantasie, sein Fetisch, seine Lust wird von etwas wach gerufen, das nicht sein darf. Doch nun ist nichts falsch, nichts fremd. Da ist eine Frau, die versteht, die zwar Knöpfe bedient, die aber Frieden bewirkt, weil sie auch die Ahnung weckt, dass das alles sein darf. Die Empfindung ist gebettet in ein Erleben. Vielleicht erstmals in diesem Leben.

Im Idealfall gibt es ein Nachgespräch, welches das Erlebte aufnimmt, den Respekt für einander beweist und die Gewissheit schafft, dass da etwas ist, in mir, in jedem Menschen, das seine Entsprechung finden kann und darf.

Doch der Studiobesuch endet, das Spiel ist vorbei. Es kann wiederholt werden, aber es bleibt fast immer ein Theater, mag es auch mit Überzeugung oder wenigstens Überzeugungskraft dargeboten werden.

Es sei denn…

Du hast in meine Welt, in meine Gedanken hinein geschaut, hast Dich vorangestellt, mich angesprochen, nach mir gefragt, Dich interessiert – und dabei viel, ganz viel Zeit mitgebracht für das einander Schreiben. Und ich habe von allem Anfang an gespürt, dass es dabei auch um Dich ging, dass Du gesehen und gefühlt hast, was ich fühle, dass Deine Gedanken auf meine passten, wie ein Deckel auf seinen Topf.

Und deshalb hat dieses Bild am Anfang des Textes genau die gleiche Botschaft: Es ist mir möglich, bei Dir Unterwerfung zu leben, und Du zwingst sie mit Überzeugung auf. Doch dieses Erleben ist nicht in Kälte und Leere gebettet, es schliesst alle Wärme und jede Menge Berührung ein, und so ist die Frau, die mich unterwirft und abrichtet auch die Frau, die mich nicht nur respektiert, sondern liebt. Was ich gebe, wird tatsächlich genommen, gebraucht. Ich werde darauf ausgerichtet, mich auf mein Geben zu konzentrieren – und ich erlebe, dass ich damit nicht nur dominante Gefühle befriedige, sondern glücklich mache, Geborgenheit schenke, Sicherheit. Meine Hingabe ist sehr persönlich geworden.

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