Jetzt mit Dir

credit: printscreen, illustriert vom diener der SHI – courtesy of kink.com

Es sind so glückliche Momente: Die Fesseln sind fest gezurrt, die Eisen geschlossen, die Bandagen stramm angelegt. Alle Verfügungsmacht ist mir genommen. Du bestimmst auch, ob ich hören darf und sehen. Doch ich schliesse freiwillig die Augen. Weil ich so viel fühle. Ich hole mein vom Verstand dominiertes Ich ein und lege es ab. Die Gedanken beruhigen sich zusammen mit meinem Herzschlag. Mein Atem geht ruhig. Ich lausche dem Pochen meines Blutes. Was mich hierher geführt hat, ist nicht mehr wichtig, was morgen ist schon gar nicht. Was zählt, ist, dass ich hier sein darf.

Der Augenblick unterscheidet sich von früheren Momenten, in denen ich glaubte, gerade mal entschädigt zu werden für früher Erfahrenes. Nein, dieses Jetzt ist keine Kompensation. Es ist das Einzige, was wahrhaftig IST, was zählt. Und die Begegnung, die ich machen darf. Und endlich höre ich auch nicht mehr nur mein Blut rauschen, sondern richte mich wirklich aus auf Dich, ahne, fühle, suche Deine Präsenz.

Wir haben ein Leben. Nur dieses eine. Und wir lieben es, indem wir einander geben, was wir ersehnen.

Ich öffne meine Augen, mein Blick wird von dem Deinen aufgefangen, und ich frage stumm, ob Du glücklich bist. Ich sehe Dein Leuchten und bete still, dass es mir immer gelingen wird, diesem Licht Energie zuzuführen.

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