Von der Erwartung

credit: divinebitches.com – Illustration vom diener der SHI – courtesy of kink.com

Die Fesselung am Gitter ist eine ganz spezielle Ausstellung, die ein eindringliches Gefühl der Nacktheit erzeugt – und dann wird es still und ich warte und erwarte…

Während ich warte, halten die Fesseln mich selber und die Zeit fest, während die Gedanken springen und reisen. Ich unterbreche sie selber bewusst immer wieder, indem ich mit allen Sinnen horche. Auch meine Haut horcht, spürt jeden Luftzug… Die blinden Augen sind nach innen gerichtet.

Wie immer, kann ich schon sehr bald nicht mehr erfassen, wie viel Zeit vergangen ist. Ich fühle meinen Fesseln nach, spüre ihren Druck, gehe in meinem ganzen Körper den Haltepunkten nach und prüfe mit kurzem Sperren, wie fest sie sitzen. Ich kann nicht fallen, ich kann nicht weichen. Ich werde Geräusche Deines Kommens, so Du Dich nicht anschleichst, von weit her, also sehr früh wahrnehmen – oder wirst Du unvermittelt vor mir stehen und mich berühren? Was wird geschehen? Was hast Du vor? Und wann? Wie, wenn ich für immer hier unten gefangen bleibe? Der Käfig scheint sehr stabil zu sein, das schwere Eisen presst sich kalt an meine Haut…

Was, wenn Dein Griff nach mir zwischen meine Beine so heftig ausfallen wird, wie nie zuvor? Was, wenn ich pissen muss? Warum bin ich so erregt, obwohl ich allen Grund zu Respekt und Angst habe?

Ich beruhige mich und denke an die vielen gemeinsamen Stunden, an unseren Weg, an unsere vielen Begegnungen und das feste, geschweisste Band zwischen uns. Nein, ich habe keine Angst, nicht wirklich. Ich bin glücklich, dass all meine Erfahrungen mich so frei sein lassen, gerade jetzt Respekt davor zu haben, dass ich tatsächlich Deiner Willkür ausgeliefert bin – und gleichzeitig genau darauf mich freue: Zu erleben, wie Du die Situation geniesst, sie auskostest und uns feierst.

Und ich werde genau so mitfeiern, wie Du es befielst, bestimmst, zulässt, willst, verlangst….

2 Kommentare zu „Von der Erwartung

    1. Ohhh, ich danke Dir! Ja, ich bin ein Schreiberling. Aber die Kraft meiner Worte wird ja auch von meinem Glück und damit von der Frau genährt, die hinter und über mir steht und mich täglich inspiriert.

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