Unser alltägliches Fest

divinebitches.com – vom diener der SHI bearbeiteter printscreen – courtesy of kink.com

Oh ja, natürlich stelle ich mir oft vor, meine Verbindung mit meiner Herrin rituell feiern zu können. Genau so sind alle Heiratszeremonien aller Gesellschaften entstanden! Die öffentliche Bekundung der Ernsthaftigkeit, mit der wir unser Verbindung eingegangen sind und sie leben, ist eine Liebeserklärung und ein öffentliches Gelöbnis, und die meisten von uns verlangt danach, dem EINEN Menschen diesen Status der einzigartigen Zuneigung zu verkünden – und durch die Öffentlichkeit wird die Verbindlichkeit betont. Doch jedes Fest ist am Ende dann glanzvoll, wenn es nicht gefeiert wird, um einem Alltag zu entfliehen oder ihn zu schönen, sondern wenn es aus dem Alltag heraus genährt wird. Und wenn das so ist, so bleibt dieser Alltag auch ohne Fest aus sich heraus feierlich.

Die Menschen, welche von Deinem Gelöbnis, Eigentum an mir zu beanspruchen, wissen, haben auch ein Wissen davon, wie feierlich ernst Dir das ist, und wie feierlich schön Du das empfindest. Und genau so ehrfürchtig sehe ich Dich im Licht als meine Herrin, als wenn um Dich herum hundert Kerzen brennen würden. Tagtäglich, unter jedem kleinen oder gleissenden blendenden Licht fühle ich Deine Hand über mir, Deine Leine, höre ich die Kette rasseln und fühle ich die Eisen. Vor allem aber sehe und fühle ich Dich, und kein Vermähler, ob Pastor, Standesbeamter oder ritueller Priester ist dafür nötig, uns hierfür heiligen Ernst zu bescheinigen. Jeden Tag beuge ich mein Haupt, küsse ich Deine Füsse, bekräftige Dir, dass ich Deinen Anspruch annehme, ihn lebendig halte und als Dein Besitztum unter Deinem Wollen und unter Deinem Verlangen stehe. Und ich fühle die Einzigartigkeit, die mir durch Deine Wahl zukommt. Sie macht mich demütig und dankbar und so will ich Dir durch unser Leben folgen und Deine Wade an meiner Flanke fühlen.

Würden wir unsere Bindung nicht so ernst nehmen, könnte sie in der gegebenen Distanz nicht atmen, und wir würden uns nicht entwickeln und nicht die Vielfalt sehen, die aus unserem dennoch sehr realen Zusammensein erwächst.

Ich muss kein Fest ersehnen. Ich lebe ein Fest. Und ich knie bei Dir, ganz ohne Beobachtung, schlicht unter Deinen Augen und für Deine Freude.

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