Berührung geben wollen

credit: Printscreen, illustriert vom diener der SHI – courtesy of The English Mansion

Was mich in unseren lustvollen Begegnungen immer wieder besonders berührt, ist unsere Sehnsucht nach Nähe und Berührung. Wir wollen uns sehr wohl spüren, und die Tatsache, dass mir selber die Freiheit dafür oft genommen ist, heisst ganz und gar nicht, dass ich mich in mir verkrieche. Nein, ich nütze jede Möglichkeit, Ansprache, Berührung zu erbetteln, und ich reagiere mit jeder möglichen Veränderung der Körperhaltung auf jedes empfangene Zeichen. Und während ich dränge, geniesst Du die Sinnlichkeit in meinem Begehren. Gleichzeitig spüre ich sehr deutlich, dass Du, in absoluter Freiheit nirgends anders sein willst, als dicht bei mir. Und so dankt mir Dein Verlangen jedes Zeichen meiner Hingabe und Verehrung, und Du kannst den leisen Druck Deines Körpers verstärken…

Alles geschieht in grosser Ruhe. Wir haben Zeit. Sie bleibt stehen für uns, sie kriecht, während die Augenblicke reich überquellen ob all der sinnlichen Eindrücke, die wir von einander einsammeln.

Und auch wenn ich Dich nicht sehen kann: Ich kann es fühlen, Dein Lächeln und Deinen Stolz und Deine Lust. Beide möchten wir nirgends anders sein. Beide könnten wir überall sein, Hauptsache, wir sind verbunden, wie es sich für uns gehört. Als Herrin und sklave – Beide in der Rolle, die unserem Wesen entspricht und in der wir von einander erkannt sind. Und geliebt.

Vielleicht hast Du Lust, mich ein wenig zu testen, indem Du mir erst ein wenig Tiefenreize zukommen lässt, vielleicht willst Du mich triezen, bis ich darum bettle, Dich endlich aktiv verwöhnen zu dürfen, vielleicht willst Du auch nur angeschmiegt an mich stehen bleiben und Deine Berührungen in ihrer Wirkung beobachten.
Ich höre Dich flüstern:

Ich geb dich niemals her. Niemandem. Nie.

S trahlende H errin I sis

Was für eine Freude für meine Sehnsucht, mein Ego, meine Findung. Was für eine Sicherheit und Geborgenheit! Und ich weiss, ich werde Dich in Armen halten, wir werden kuscheln, wir werden uns wärmen. Wir werden mit der ganzen Palette menschlicher Zuneigung feiern, dass wir uns so vielfältig begegnen können, dass Anordnung und Befolgung als Dialog mündiger Menschen Respekt bedeutet, der in die Geborgenheit absoluter Annahme führt.

Und Du weisst, Du dominierst einen Mann, der darob niemals vergisst, dass er immer auch als Partner, als Unterstützer, als Seelenwärmer gefragt sein kann und sein wird – und auch dies so gerne ist, weil alles, was Dir gut tut, auch gut ist. So einfach lässt sich die Lebensformel beschreiben – und so magisch und doch logisch ist es, auf diesem Weg die Erfahrung zu machen, dass ich mich in Dir niemals verliere, sondern mich kennen und lieben lerne. Immer noch ein bisschen mehr.

6 Kommentare zu „Berührung geben wollen

  1. Hallo ihr beiden,

    sehr tiefer und offener Text! Vielen Dank schonmal dafür.

    Wie habt ihr eure sexuellen Vorlieben entdeckt oder bemerkt? Was war vllt euer erstes Schlüsselerlebnis? Wie habt ihr diese am Anfang ausgelebt und auf welche Herausforderungen seid ihr dabei gestoßen?

    LG

    Die Nackte Frau

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    1. Ich danke Dir für Deine Fragen, mit denen Du Dein Interesse für uns zeigst, und gerne möchte ich Dir darauf auch persönlich antworten. Mir hat sich mein devotes Wesen schon in der Pubertät offenbart, ohne dass ich damals reif genug gewesen wäre (wie auch?) – es klar zu erkennen – und vor allem auch anzuerkennen. Ich lag zum Beispiel sehr gerne still unter der Bettdecke und habe mir für die Nacht die Beine zusammengebunden. Dann genoss ich durch die Nacht das starke Gefühl der gebundenen Beine… Comics und andere Darstellungen von SM haben mich früh erregt, doch ich habe gleichzeitig auch verdrängt. Viel zu lange, bis die Offenbarung meiner sexuellen Wünsche nicht mehr Teil meiner bestehenden Partnerschaft werden konnte. Meine ersten Erfahrungen machte ich daher in professionellen Studios, und ich begann, darüber in Blogs zu schreiben. Auf diesem Weg habe ich auch meine Herrin Isis kennen gelernt. Und da sind wir nun. Gebettet in unseren Leben, aber auch spät berufen, unseren Wesen gerecht zu werden und die Freude zu erfahren, rundum angenommen zu sein.
      Diese Freude ist nun jeden Tag lebendig. Und auch wenn wir unsere Beziehung hauptsächlich virtuell leben „müssen“, birgt jeder Tag die spürbare Tiefe echter Partnerschaft – und der Träumer in mir wird immer wieder dazu angehalten, den Wert der Verbindlichkeit und die Disziplin für wenige, aber bindende Regeln zu erkennen und mich in meinem Devotismus täglich in konkretem Verhalten zu entdecken. Meine Herrin ist kein Traum, sondern Realität, eine Person aus Fleisch und Blut, mit exakt jenen Bedürfnissen, die ich schon immer befriedigen wollte, und in der Verfeinerung und Vertiefung meiner Haltung liegt mein täglich wachsendes Bewusstsein.

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    2. Zunächst einmal gefällt uns dein Interesse. Tatsächlich haben wir eine herausfordernde Ausgangslage, denn unsere Verbindung findet überwiegend im virtuellen Kontext statt. Selten gibt es reale Begegnungen, doch damit hadern wir nicht, stattdessen sind diese Momente für uns Vertiefungszeiten, bei denen alle Sinne Befriedigung erfahren und dabei die kognitive, emotionale, seelische und soziale Kohärenz Bestätigung bekommen soll.
      Jeder für sich hat mit den unterschiedlichsten Spielarten mehr oder weniger experimentiert. Und am Ende dorthin gefunden, wo wir nun stehen.
      Die Herausforderung ist, dass das Wort, das Wunderbare und dessen Bedeutung Wahrhaftigkeit durch Taten erfährt. Nicht nur davon sprechen, wovon man träumt, sondern leben, was man versichert. Vertrauen, Sicherheit, Strukturen, Authentizität, Regeleinhaltung, Verlässlichkeit, Absprachen, Umgang mit Konflikten, Verantwortung, Orientierung sind nur einige Stichworte dafür, was unsere virtuelle Femdom Beziehung ausmacht. Du siehst, dass diese Inhalte mit einer gesellschaftlich “ gängigen“ Beziehung identisch sind. Die Kommunikation, der Einsatz von Insignien und die Umsetzung der erarbeiteten Regeln sind für uns wirksame und bedeutende Mittel.

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