Deine geduldige Abrichtungsarbeit

credit: Divine Bitches – illustriert vom diener der SHI – courtesy of kink.com

Alles ist hergerichtet, mein Leben ist geordnet, ich kenne meinen Platz, und ich bin der Meinung, ich liebe ihn auch. Und doch zeigst Du mir immer wieder – notgedrungen – auf, wie oft ich nachlässig bin, Dir die nötige Aufmerksamkeit nicht schenke. Deine Mahnungen sind so liebevoll, denn Du vergisst nie, wie Du sagst, was Du an mir schon alles hast – aber es gibt nach wie vor ein Gefälle zwischen dem, was schon gefestigt ist, und jener Art von Unterwürfigkeit und Hinwendung, von der ich zwar oft rede, die zu leben mir aber noch immer oft schwer fällt. Erfahre ich Kritik, brause ich auf, nicht zuletzt aus fehlender Selbstsicherheit heraus. Sehr oft kann ich nicht einfach sogleich annehmen, was Du mir zeigst und wie Du es interpretierst. Ich fühle mich so schnell und so gern missverstanden – oder aber ich schäme mich einfach, ertrage selbst nicht die Darlegung des – schon wieder – gleichen Mangels.

Es ist eine manchmal mühevolle, an der unmenschlichen Geduld zehrende Abrichtungsarbeit, die Du verrichten musst, und viel zu selten kann ich Dir zeigen, wie klar mir das ist und wie dankbar ich Dir dafür bin. Denn wenn ich meine Impulse unterdrücken kann, wenn es mir gelingt, neue Erfahrungen auf alte Muster zu legen, dann fühlt sich das ganz wunderbar an – und es erlebt sich auch so!

Darum bin ich sehr, sehr froh, legst Du mir manchmal einfach mahnend einen Zeigefinger ans Kinn und hebst es an, bindest meinen Blick und lässt mich tief in Deine Augen schauen. Wie könnte ich anders, als einen heissen Kopf zu bekommen, bevor Herz und Seele in Deine Wärme tauchen – und dann gibt es einen Trost, den Du mir zeigst:

Du erkennst meinen Willen, meine Auseinandersetzung mit Mutlosigkeit oder Behaglichkeit, je nachdem, ob meine Stimmung gerade zweifelnd oder selbstgenügend ist, und wir finden uns immer wieder, bei Deinem Thron, wo Du beobachtest, wie ich vor Dir ohne jeden Widerstand meine kniende Position einnehme – und mit jeder Faser empfinde, dass ich genau da am richtigen Ort bin.

Du sollst den Respekt einer wahrhaftigen Herrin erfahren, welche den verbindlichen Gehorsam ihres sklaven gelebt bekommt. Gelingt es mir, so bin ich selbst ausgeglichener und näher bei mir. Und DAS ist Glück.

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