Mein Kerker, mein Nest

credit: Illustration vom diener der SHI – courtesy of kink.com

Da bist Du wieder und zeigst Dich mir, wenn ich den Kopf ganz in den Nacken lege. Gefesselt habe ich auf Dich gewartet, verharrt, festgeschnürt, bewegungslos. Weg gepackt, im Keller, umgeben von nackten Mauern, auf einer Pritsche, Betonboden unter mir. Das Haus ist isoliert, von oben dringt kein Laut herunter, und umgekehrt ist es ganz sicher auch so. Der Boden lässt Deine Schritte hallen, so dass der Klang Deiner Absätze von den Wänden zurück schlägt… so hast Du Dich angekündigt. Nun siehst Du auf mich herunter und lächelst mich an und ich versuche, in der Tiefe Deiner Augen zu versinken. Unverwandt sehe ich Dich an und zeige Dir, wie sehr ich Dich ersehnt habe. Du kannst es ohne ein Wort von mir sehen, in genau diesem Blick, der nicht von Dir ablässt.

Ich kann Dich riechen… Du trägst ein Korsett, was ich so sehr liebe… Deine Bewegungen wirken noch geschmeidiger, Deine Hüften wiegen sich, und ich weiss, dass Du das enge, haltende, aber nicht wirklich einschneidende Gefühl magst. Sinnlichkeit begleitet uns seit der ersten Begegnung, und sie ist immer mit uns. Im Alltag, der Küche, in der Wohnstube, im Arbeitszimmer, im Bett wie im Keller. Unserem Keller. Meinem Verlies. Die Wohnung ist Deine, das Haus ist Deins, der Garten. Aber in gewisser Weise gehört dieses Verlies mir. Du empfängst zwar Gäste, fragst mich auch nicht, bevor Du sie nach führst, nutzt die Räume für Deine dominante Lust – und doch sind es meine, denn für mich hast Du sie eingerichtet, mir und meiner Entwicklung dient alles, und die Entschiedenheit, die im Akt der Errichtung und in der faktischen Einrichtung zum Ausdruck kommt, beruht auf den Erfordernissen meiner Erziehung. Meinem Wachstum, Deinem Eigentum, Deiner Nutzung Deines sklaven unterliegt alles, ist alles gewidmet, genau wie die Fesseln und Ketten, in denen Du mich hier immer wieder zur Besinnung kommen lässt – oder zur Erlösung. Denn natürlich soll ich den Ort meiner Konditionierung und Abrichtung auch als Raum begreifen, in dem ich mich verwirkliche und vollendet erlebt wird, was ich bin: Ein ins Glück geführter sklave, der Befriedigung in seinem sklavischen Dasein findet.

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