Auf die Knie gehen, das ganze Leben lang

Jede Unterwerfungsgeste ist nicht nur Unterordnung, sondern gleichzeitig Ausdruck für meine Dankbarkeit, von Dir angenommen zu sein. Du duldest mein Knien nicht, weil es schon besonders wäre, dass Du meiner nicht überdrüssig wirst. Du gewährst es, weil Du siehst, dass es mir hilft, den Weg zu gehen. Zehntausendmal vor Dir auf die Knie zu fallen MUSS ja etwas bewirken, Teil einer Entwicklung sein.

credit: Divine Bitches – Illustration vom diener der SHI – courtesy of kink.com

Und niemand fällt vor jemandem zehntausendmal zu Boden, wenn er nicht eine tiefe submissive innere Motivation besitzt. Natürlich wird diese auch und gerade durch die Person genährt, die all das verkörpert, was zum Traum eines sklaven gehört.

All die Regeln, die Zeichen werden wahrhaftig und erfüllen ihren Zweck, wenn daraus ein „natürliches“ Verhalten wird, ein Handeln aus dem Bauch heraus, ohne Überlegung, und schon gar nicht mit Überwindung.

Wenn ich Deine Füsse küsse, WEISS ich und fühle ich immer wieder neu, wie viel Gefallen Du daran findest, und wie sehr Du die Aussage auf Dich beziehst. Und das ist sie auch: Eine Bekundung tiefster Dankbarkeit und Wertschätzung, nicht, weil mein Fetisch bedient wird, sondern weil da eine strahlende, schöne Frau ist, die genau mich auserkoren hat, ihre Bedürfnisse zu stillen. Und so schaust Du voraus und horchst nach innen, was es mit Dir macht, wenn Du auf auf mich blickst und weisst: Dieser Mann wird auch in zwanzig Jahren noch immer vor mir knien wollen – ja, er wird es dann vielleicht nicht mehr so behende tun, aber mit unveränderter Inbrunst und einer weiter gewonnenen Sicherheit, das zu tun, was ihm in seinem Leben bestimmt ist – und für die Frau, der er gezeigt wurde und die ihn an die Kette genommen hat.

2 Kommentare zu „Auf die Knie gehen, das ganze Leben lang

    1. Nein, meine Herrin ist niemals schlecht zu mir. Nie.
      Ich bekomme durchaus mal eine Ohrfeige ab, um meine Aufmerksamkeit zu steigern und werde gedemütigt, um in meiner submissiven Position Selbstreflexion betreiben zu können und den unbedingten Willen meiner Herrin zu erfahren, wirklich über mich herrschen zu wollen. Aber das alles ist immer darauf ausgerichtet, Kongruenz herzustellen, meine Haltung so zu festigen, dass ich mitgehe, mitmache, bejahe. Nicht als fetisch oder sexuelles Bedürfnis allein (da finde ich Erniedrigung sehr oft sehr erregend) – uns interessiert, was wir daraus an Energie für den weiteren gemeinsamen Weg mitnehmen können. Und dieser Weg beinhaltet auch an der Kette immer Beugung, aber nie Brechung oder anhaltende Reduzierung auf den Hund, die Sau, das Stück.
      Und nun antworte ich etwas, das der Ehrlichkeit halber unbedingt auch hierher gehört:
      Unsere Art, wie wir unsere Inhalte leben und danach handeln, hat sicher auch damit zu tun, dass wir nicht zusammen leben können. Wir haben also nicht den Raum, dass meine Herrin die Einwirkungen der Erziehung über längere Zeit beobachten und darauf direkt wieder reagieren könnte. Wir wollen immer einen Weg gehen, der virtuell verbunden auch real gefühlt werden kann (und ja: auch da ist noch viel mehr möglich). Und lebst Du das virtuell, richtet sich das sehr direkt nach den Möglichkeiten, welche dem sklaven gegeben sind und die er schaffen kann. Es ist also ein gutes Stück weit offen, wie sich unsere Beziehung und Bindung weiter vertiefen und ausgestalten wird, sollten wir einmal zusammen leben können.
      Und ja: Es ist eine Liebesbeziehung. Mit einer klaren Orientierung – und diese Orientierung erlaubt immer die Wahrnehmung dieses mächtigen Gefühls der Herrin für den sklaven und umgekehrt erst recht. Dafür gibt es gewiss so viele Ausgestaltungen und so viel unterschiedliche Umgänge mit Nähe wie es Paare gibt, und das ist doch auch schön so.

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