Frau Herrin und Mann sklave

credit: Men In Pain via bdsmlr – Illustration: Felix, diener der SHI – courtesy of kink.com

Beziehung ist Begegnung. Es begegnen sich Menschen mit Identitäten, hoffentlich zufrieden in ihrem Körper, mit Seele und Geist, Herz und Verstand, mit Zuneigung und Verlangen, mit Lust und Empathie. Dabei haben wir ein Eigenverständnis, wollen als Frau oder Mann erkannt werden und „wohlgelitten“ sein, uns so geben können und so gesehen werden, wie wir uns fühlen.

Ich bin mir sicher, dass unsere gegenseitige Ansprache als Herrin und sklave eine ähnlich direkte, natürliche, enge Identität zum Ausdruck bringt wie die Wahrnehmung als Frau und Mann, ja, sie ist untrennbar. Und darum ist meine Unterwerfung völlig natürlich. Sie gehört sich. Sie findet statt, weil Du mir gerecht werden willst, und weil Du umgekehrt als Herrin Deinem Status gemäss und Deinem Eigentumsverständnis entsprechend mit mir umgehen willst. Es gibt hier keine Grenze, und keine Erniedrigung, die ein Wesen würgen und erdrücken würde, sondern schiere Befreiung, Bestätigung, Entdeckung, Freude.

Wenn Beziehung auch Bindung ist, dann wird die Identität nicht „nur“ in der Begegnung angenommen. Die Identität, das Wesen als Frau oder Mann oder Transgender ist gegeben und soll erkannt und angenommen sein – und zwischen uns eben auch das Sein als Herrin und sklave. Es ist kein Spiel, kein sexueller Trieb, es ist ursächlich für jede Handlung und Haltung in unserem Leben. Wo immer der Partner berührt wird, erwähnt, mit betroffen ist, soll zusammen sich fügen, was zusammen gehört. Frau und Herrin, Mann und sklave.

Wann immer ich mit meinen Kollegen Männergespräche führe, merke ich, wie das durchdringt: Ich beteilige mich an den üblichen Witzen nicht, aber ich beobachte mich, wie ich förmlich darauf warte, einen sanften Kontrapunkt setzen zu können. Und die Männer um mich sind es mittlerweile gewohnt, dass von mir irgendwann Sätze kommen, welche die Frau als Königin der Schöpfung bezeichnen. Ich liebe die sanften, kleinen Impulse, die hängen bleiben mögen und irgendwo im Äther eben nicht so leicht sich verflüchtigen wie der brüllende Witz.

Und genau so wirkt meine Unterwerfung in meine Tiefe, und keine einzige Botschaft, keine Handlung geht ohne Wirkung verloren.

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