Du bist niemals weg

credit: Femme Fatale Films – Illustration: Felix, diener der SHI – courtesy of kink.com – english post further down

Wenn Du den Raum verlässt, ist er leer. Auch wenn ich im Raum zurückbleibe. Leere erfasst mich, in dem Moment, in dem Du die Tür schliesst. Ich bin auf Dich ausgerichtet, auf Dich fokussiert, Deine Ansprache, meine Ausrichtung machen mich lebendig. Wenn sich jetzt eine Schwere in meiner Brust fühlen lässt, zeigt mir das, wie sehr Du mein Mittelpunkt bist. Es braucht dafür keine Angst vor einem Abschied, keine noch so kleine Missstimmung – Du bist jetzt gerade einfach physisch nicht mehr da. Natürlich lasse ich die Schwere nicht stehen, suche ich die Vorfreude und die Hoffnung, dass Du gleich wieder kommst. Vielleicht weiss ich sogar, wann das sein wird. Aber ich muss mich in jedem Fall erst sammeln und mir sagen: „Bleibe ausgerichtet. Deine Herrin kommt wieder. In dem Moment, in dem Du sie hörst, die Tür aufgeht, wird es lichter im Zimmer und Dein Herz klopft. Niemals soll es anders sein, als dass Dich meine Freude empfängt – und Du das spüren kannst.

Die langen Zeiten, in denen wir getrennt sind, haben mich natürlich auch lernen lassen, Deine Präsenz in meinen Räumen auch dann zu fühlen, wenn Du physisch nicht anwesend bist. Das ist keine Esoterik, kein Hokuspokus, kein Hirngespinst. Es ist fühlbare Realität für mich: Du bist tatsächlich immer da. Und ich weiss, dass, egal, was Du tust, Du immer wieder an mich denkst. Und jede Begegnung, die wir haben, soll davon getragen sein, was wir als Basis unseres Lebens in uns tragen: Herrin und sklave sind auf einander ausgerichtet. Ein Mensch, der Dir begegnet, soll fühlen können, wie uneingeschränkt Du ihm zugewandt bist in diesem Moment, und welche Kraft in Dir angelegt ist. Und umgekehrt ist es natürlich auch so. Es ist gar nicht anders denkbar, und alles, was ich erlebe, beruht auf der tragenden Grunderfahrung, dass ich von meiner Herrin gewollt bin – ich also auch bildlich gesprochen in Räumen lebe, die ihr gehören, die ich mit ihr teile und die ich ohne sie nicht immer wieder mit meiner Wärme füllen könnte. Jede meiner Begegnungen, jeder Text ist davon getragen und von der Kraft begleitet, dass ich weiss, wer ich bin und wem ich es bin. Keine Distanz, keine Umstände, kein aktuelles Alleinsein kann daran etwas ändern. Einsamkeit kenne ich auch in der Trennung nicht mehr. Und wenn Du das nächste Mal die Tür aufmachst, werde ich Dir das sagen. Nein. Wenn Du das nächste Mal von mir liest, Du die Tür zu unserer Kommunikation aufmachst, also sehr bald, immer wieder, laufend, sollst Du sehen, dass ich es Dir wieder mal geschrieben habe.

Ihr, die Ihr Euch schätzt und liebt: Sprecht miteinander, sagt einander, wie grossartig ihr seid. Es kann nicht oft genug ausgesprochen werden. Und es wird niemals banal.


You are never gone

When you leave the room, it is empty. Even if I remain behind in the room. Emptiness takes hold of me the moment you close the door. I am aligned with You, focused on You, Your address, my alignment make me alive. If a heaviness can be felt in my chest now, it shows me how much You are my center. It doesn’t take any fear of a goodbye, no matter how small a disagreement – You are just physically no longer there right now. Of course, I don’t let the heaviness stand, I look for the anticipation and hope that you will be right back. Maybe I even know when that will be. But in any case, I must first collect myself and say to myself: „Stay aligned. Your mistress will come again. The moment you hear her, the door opens, it becomes lighter in the room and your heart starts beating. Never shall it be otherwise than that my joy receives you – and you can feel it.

The long times in which we are separated have of course also let me learn to feel your presence in my rooms even when you are not physically present. This is no esotericism, no hocus-pocus, no fantasy. It is tangible reality for me: You are indeed always there. And I know that no matter what you do, you always think of me. And every encounter we have should be carried by what we carry in us as the basis of our life: Mistress and slave are aligned with each other. A person who meets you should be able to feel how unrestrictedly you are turned towards him at this moment, and what power is invested in You. And of course it is the same the other way around. It is not conceivable otherwise, and everything that I experience is based on the fundamental experience that I am wanted by my mistress – figuratively speaking, I live in rooms that belong to her, that I share with her and that without her I could not fill again and again with my warmth. Each of my encounters, each text is carried and accompanied by the power that I know who I am and to whom I am. No distance, no circumstances, no current aloneness can change this. I no longer know loneliness even in separation. And the next time you open the door, I will tell you that. No. The next time you read from me, you open the door to our communication, so very soon, again and again, continuously, you shall see that I wrote it to you again.

You who appreciate and love each other: talk to each other, tell each other how great you are. It cannot be said often enough. And it never becomes banal.

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