Die Welt steht Kopf

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Die Welt ist aus den Fugen geraten… mindestens die Welt, wie wir sie uns zurecht gelegt haben…

Das mag sein Gutes haben. Vor allem dann, wenn wir wieder lernen, dass es Gesetze gibt, denen auch wir unterworfen sind. Nichts ist selbstverständlich. Und am Ende müssen wir auch darauf vertrauen, dass die Natur ihre Arme um uns legt, so dass sich unsere Blutzirkulation normalisiert.

Die Welt, „wir“, als Gesellschaft und Zivilisation in der Aufforderung, demütig wie ein sklave zu werden, der sich dem Willen seiner Herrin unterwirft und danach fragt, was sie braucht, wünscht, befielt…

Die Demut des Devoten ist ihm nicht nur eine sexuelle Freude – er sehnt sich danach, DIE EINE zu finden und ihr alles darzubringen, was er an Diensteifrigkeit und -willen in sich trägt. Du, meine Herrin, bist mir Universum: In unserer kleinen Welt ist der Blick in die Weite unbegrenzt, die Sicherheit aber genau so fassbar wie die Fessel. Unzählige Male bringst Du mich in hilflose Situationen, und immer wieder erlebe ich auch die Befreiung. Aus der unbequemen Situation, aber NICHT aus der Abhängikgkeit, die ich gewollt habe und nun spüre. In unsere Welt habe ich geboren werden wollen, und ich bin nun in ihr Kind wie in einem neu geborenen Leben. Dir gehört die Führung über mich, auf Dich richte ich mich aus, Dir will ich dienen, Du zeigst mir und schenkst mir das Gleichgewicht, in dem ich brauche und bekomme, was ich benötige. Nicht mehr zu wollen und doch so viel sehen, fühlen, erleben zu können, ist reiches Leben und Empfinden.

Unser Leben – wir wollen es alle so gestalten, dass wir uns darin finden können. Ich wünsche Euch Allen, dass das gelingt. Dann ist es auch nicht wirklich von Bedeutung, ob du gerade hängst oder stehst.

Die Schleuse, die Du öffnest…

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Die absolut hermetisch erscheinende Verschliessung in einer schweren Ledermaske ist für mich ein riesiges Geschenk. Es löst in mir Gefühle aus, die ich nach wie vor nur schwer beschreiben kann. Dass ich mich in diesem Zustand auch beschützt fühle, könnt Ihr vielleicht in Anbetracht aktueller Einschätzungen vor Gefahren eher nachvollziehen? Natürlich ist in Allem zentral, dass die Person, meine Herrin, die mich in diesen Zustand bringt, jene ist, die mich auch daraus wieder herausholen wird. Wann das und wie das geschieht und ob sie wirklich immer da ist oder nicht, alle Gefühle, die damit verbunden sind, ihre Einordnung und das immer wieder gelingende Besinnen auf mein tiefes Vertrauen sind zentraler Teil der Erfahrung – und die Tatsache, dass es mir gelingt ist Ausdruck meiner Wertschätzung, Zeugnis meiner Unterwerfung, zu der grenzenloses Vertrauen gehört.

Und so, wie ich Energie erfahre in meiner erzwungenen Fokussierung auf meine innersten Gefühle und Empfindungen, in einer Reduktion der Sinne auf das Empfängnis dessen, was in der Hilflosigkeit auf mich einstürmt, öffnen sich Schleusen. Ich weiss und fühle, dass das, was Du mir zudenkst, aus Deiner Lust erwächst, dass ich Dir Geschenk bin, Angebot, und dass meine Reduktion Deine Freiheit erhöht. Wir erleben beide körperlich, was uns Macht und Unterwerfung beschert… Nichts von aussen kann meinen Mund mehr erreichen, kein Licht kann mich blenden, aber meine Mundsäfte schiessen nur so in meine Mundhöhle, und mein Blick geht nach innen, als könnte ich durch meine Blut- und Nervenbahnen wandern… und wenn ich dann Berührung fühle, Nähe spüre, wenn jene Ansprachen, die möglich sind, mich stellen, mir Botschaften senden, dann treffen sie direkt meine Seele. Ich bin offen, ungeschützt, angreifbar und werde benutzt, und meine devote, submissive Reaktion darauf ist, dass ich zulasse, auch im Kopf gewähre, was der Körper nicht verhindern kann, und ich mit all meinen Reaktionen ehrlich zeige, wer ich bin, was ich tatsächlich will und wie sehr ich gerade erkannt werde…

Meine Geilheit macht jede Verstellung unmöglich… Dir sei es gedankt!

Nach der Trennung vor der Trennung

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Die Trennung ist kein Getrenntsein. Verbunden sein, eng sein können wir immer. Dafür gibt es keine Distanz. Und das ganz, ganz Süsse, das Verheissende ist: Je besser uns das gelingt, je lebendiger wir unseren Kontakt virtuell pflegen können, um so tiefer gehen unsere Empfindungen, wenn wir uns wieder berühren können. Wir haben es schon so viele Male erlebt: Sehen wir uns dann wirklich, spüren wir uns, hören, schmecken wir uns, reden wir und schweigen wir, atmen und keuchen wir, ruhen und kuscheln wir – so ist alles schnell so, als wären wir nie getrennt gewesen. Es führt sich fort, was wir angefangen und gepflegt haben, einfach als ein Fest, für das man zusammenkommt. Wir feiern dann die Tatsache unserer Verbindung als Ereignis, tanken unsere Energietanks auf und erleben ganz natürlich, was wir immer weiter pflegen.

Es ist schwer zu erklären. Aber für uns wohl typisch. Wir halten die Abschiede kurz. Wir lassen gar keine Trauer aufkommen. Denn mit der Trennung geht nichts verloren. Wir akzeptieren sie, wir überwinden sie. Wir leisten die Arbeit, die es dafür in der Pflege der Bindung braucht, ohne es als „leisten“ zu empfinden. Es ist nicht anstrengend. Du sagst mir immer: Alles soll Dir Bedürfnis sein, leicht fallen, natürlich geschehen.

Natürlich brauchen wir Disziplin – aber mehr als Besinnung. Wie ein Mönch, der seine Zeiten einhält, seine Riten pflegt, so schaffen wir uns einen Rahmen, den wir beibehalten wollen, wann immer es geht. Dafür sagst Du mir und zeigst Du mir immer, dass ich Herr meiner Taten bin. Und so ist es wieder und wieder mein Entscheid, mit dem ich mich Dir zuwende und unterordne. Der Rahmen ist kein Zwang. Ich liebe ihn. Er bedeutet mir viel. Und auch darin zeigt sich mir, dass meine Demut leben meine Welt ist.

Zur Zeit ist da das Wort

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Wir wünschen Euch Allen, dass Ihr Eure Beziehungen im direkten Austausch und in der realen Begegnung pflegen könnt. Aber gerade jetzt müssen sehr viele von Euch auf Berührung und unmittelbares physisches Erleben verzichten. Zusammensein ist oft nicht möglich. Warum also nicht einmal ein paar Gedanken vor Euch ausbreiten, die Euch vielleicht lesenswert erscheinen, weil wir unsere Beziehung oft über lange Zeiträume genau so leben „müssen“ – und eben zeigen, dass wir auch ein Dürfen erkennen, einen Segen. Wir haben es angenommen und sind dankbar für alles, was möglich ist.

Jeder tiefer gehende Kontakt, den wir unter-halten, pflegen, lebt von einer gewissen Ernsthaftigkeit. Wir teilen etwas, geben etwas von uns preis, legen es offen, zeigen uns. Das ist virtuell noch mehr als in der realen Begegnung ein Akt des Vertrauens, denn wir können nicht unmittelbar in den Reaktionen des Gegenübers erkennen, wie unsere Worte ankommen. Wir müssen vertrauen, dass wir gehört und gesehen und verstanden werden. Wenn wir das nicht müssen, sondern dürfen, wenn wir also in diesem Vertrauen ruhen können, dann ist die Verbindung zu diesem Menschen auch eine Einladung zu einer Reise zu mir selbst. Je persönlicher mein Kontakt zu meiner Herrin ist, um so mehr wird mir auch schlicht für mich selber wichtig, dass meine Worte mit meinen Taten im Einklang sind. Für alle unsere Beziehungen gilt, dass uns die freundschaftlich verbundene Seele schlicht Helferin dabei ist, in der Betrachtung unseres Selbst liebevoll ehrlich zu werden: Ich darf mich sehen, wie ich bin – und ich darf wagen, was ich möchte. Der Austausch im geschriebenen Wort ist eine Art der Kommunikation, in welcher Pausen fürs Denken bleiben, ganz natürlich, und Wert hat am Ende vor allem das, was ich geben kann, weil ich es selber auch für mich als wahr erkennen darf.

Was ich also meinem Partner in der Ferne versichere, wird er mir glauben, weil er mir vertraut, mich liebt, an mich denkt, sich nach mir sehnt. Mir wird Glauben geschenkt und mir winkt eine Stimmigkeit in einer Harmonie, welche jede Distanz überwindet. Und Beide wissen, dass das Gegenüber das Miteinander sucht, weil darin die Chance liegt, selber auch bei sich und mit sich weiter zu kommen.

Räumliche Distanz kann auch dazu verleiten, hinter einem bequemen Schleier zu leben. Das kann auch schleichend geschehen, doch wenn ich für jemanden etwas darstellen will, was ich selber nicht bin, so ist die Freude über falsche Bilder kurz. Es ist einfach zu mühsam und hindert mich, das Schönste überhaupt zu erleben: Nackt sein zu können, und getragen zu werden. So, wie ich bin und wie der Spiegel, der nicht lügt. Nicht lügen muss. Weil da jemand ist, der mich auch zwischen den Zeilen liest, mich kennt, und ehrt, was er auch an Verletzlichkeit sieht. Bis ich lieben kann, weil ich glaube, was mir Schönes gesagt wird und also Selbstliebe lerne – und ich umgekehrt erkenne, wie ich mich selber daran hindere, noch freier zu werden. Muss man Nähe oft entbehren, kann das auch dazu führen, dass der Wille grösser wird, mit sich selber auszukommen. Denn ich bin immer da. Auch im Homeoffice, vor drei Wochen, in einem Jahr, am Ende meines Lebens. Schön, wenn es eine Seele gibt da draussen, der keine Distanz zu gross ist, immer genau nach diesem Menschen zu fragen, der bei mir ist. Nach mir.

Kann man dies zusammen entwickeln, in diesem Bestreben jeden Tag bestreiten, das zum Untergrund und Fundament machen, so wird nichts anstrengend. Auch der banale Austausch, Flachserei, jedes Wort ist Botschaft, Baustein. Weil es von Dir kommt. Von der Frau, die mich erkannt hat. Und genau das, was sie sieht, liebt.

Was soll und kann das Euch nun sagen, für den WhatsApp-Kontakt mit einer Studienfreundin, den Chat mit einem Sportkollegen? Das beantwortet Ihr selber. Nicht uns. Euch. Auf allen Ebenen unserer Kommunikation gibt es Zwischentöne, Räume zwischen Zeilen, und bewusste oder weniger bewusste Impulse, die zu einem Kontakt führen. Aber jedes Wort, das Ihr vielleicht gleich jetzt tippen werdet, oder morgen oder in einem Jahr, jedes Wort hat eine Temperatur, eine Wirkung, eine Aufrichtigkeit, und zwar genau so, wie sie euch entspricht, und wie ihr sie als wahr empfindet.

Das Gespräch hat keine Grenzen

Wir werden auf uns zurück geworfen. Gerade erleben viele Menschen, was es bedeutet, Beziehungen ohne Berührung, ohne körperliche Gegenwart der Anderen pflegen zu müssen. Das Beste daraus machen, im Sätzchen zuvor das „müssen“ durch „dürfen“ ersetzen zu können, ist die Kunst.

Ich denke oft daran, dass nun viele Freundschaften genau so gepflegt werden, wie wir es mit der unseren seit Anfang an tun.

Wir können mit den digitalen, virtuellen Möglichkeiten eine ganze Menge tun, um einander lebendig und mit Herzwärme unsere Verbundenheit zu zeigen, sie fühlbar zu machen. Eine jede unserer Freundschaften hat eine Geschichte, hat unzählige Erinnerungen voller Nähe – und wenn wir in uns hinein hören und fühlen, bevor wir einander schreiben, so kommt das mit den und zwischen den Zeilen auch auf der anderen Seite an. Und ich kann Euch etwas voraussagen: Wenn Ihr einander schreibt, überwindet Ihr zuvor eine gewisse Hemmschwelle. Ihr überwindet Trägheit, bündelt Eure Gedanken für die Empfängerin.

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Das, was Ihr nun schriftlich allenfalls pflegt, ist nicht minderwertig. Es hat eine Wahrhaftigkeit, welche sofort zwischen Euch ist, wenn Ihr Euch wieder seht. Und eine Lebendigkeit hier und jetzt, in Eurem digitalen Kontakt. Ihr könnt spüren und feiern, dass jedes Wort Zuwendung ist und Ausdruck von Gefühl und Haltung: Hallo, Du bist mir wichtig, ich liebe Dich. Wie geht es Dir? Magst Du mir erzählen?

Bei Menschen, zu denen ich den Kontakt erst per Mail (die guten alten Zeiten) pflegte, hat die erste physische Begegnung nie eine Ernüchterung gebracht: Da war schon so viel klar, eine bereits tiefe Basis gelegt, so dass wir miteinander zu sprechen beginnen konnten, ohne dass es ein Anfang war. Die Begegnung war einfach die Fortführung des umfassenden Gesprächs. Dass ich das in so durchschlagender Weise ganz besonders stark mit Dir, meiner Herrin, erleben durfte und darf, ist Zeugnis für diese Erfahrung – und bleibt ein riesiges Geschenk.

Ich rufe Euch einfach zu: Es gibt immer Grund, an die Kraft der Begegnung zu glauben, und damit an das wahrhaftige Wort. Und es gibt überall und immer Menschen, welche diese wahrhaftige Schönheit in Botschaften erkennen können, daran glauben und entsprechend vertrauen. Weil sie lieben wollen. Auch sich selbst. Dieser Wunsch, dieser Versuch, dieses Streben und lernen endet nie. Und Zärtlichkeit, die daraus wächst, hat so viele Möglichkeiten, sich zu zeigen!

Atemlos seelentief

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Du bist über mich gekommen wie ein Orkan, hast mich mit Dir fortgerissen und fortgetragen, während ich in Dir versunken bin und mich gefunden habe in meiner Freude an Dir, in meinem Glück, begehrt zu werden. Meine devote Natur darf mit Dir und unter Dir sich entfalten, aufblühen, sprühen…

Ich atme Dich ein, ich atme mich aus, ich spüre Deine Hitze und Dein Keuchen schwillt auf und ab im Rhythmus Deines Körpers, bis wir uns in Deiner Mitte finden und wir nur noch Lust sind, mit heissen Köpfen und zitternden Schenkeln….

Niemals habe ich so freie, wilde, hemmungslose Lust erlebt wie mit Dir. Und nie ging eine Bindung tiefer, weil die unsere weit über diese unermesslich heisse Anziehung hinaus geht. Du lebst Deine Lust genau so natürlich und frei aus wie Du ein herzwarmes Gespräch mit Menschen führst. Wie könnte ich Dich NICHT anbeten, Dir nicht verfallen sein? Ich bewundere Dich, ich verehre Dich, ich begehre Dich und während mein Schwanz sich schon wieder nach Deinem Schoss sehnt, hängen meine Augen an Deinen Lippen und lauschen meine Ohren Deinen Worten. Hirn, Herz, Seele und Bauch sprichst Du an und in allen Sprachen, in denen Menschen miteinander reden können, fragst Du nach mir und antworte ich Dir.

Ich halte und feiere unsere Bindung und sehe zu Dir auf und reagiere auf Deine Zeichen und bettle und sehne und schenke und gebe – und empfange… ich werde es immer so empfinden, dass ICH der wahrhaft Beschenkte bin. Wenn wir dereinst alle wieder durch die Strassen gehen können, muss jeder Mensch, der mir begegnet, mein Glück sehen. Sonst ehre ich Deine Gaben für mich nicht genug.

Was für Zeiten

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Was für Zeiten! Was für eine Führung und Begleitung!

Wir haben wirklich eine ganz spezielle Zeit. Sie ist für uns alle eine Herausforde-rung. Ich habe auf jeden Fall Schwierig-keiten, meine Gedanken zu sammeln und sie in der Ruhe zu entschleunigen. Und das beschäftigt mich, denn ich bin mir ja bewusst, wie sehr sie genau dafür geeignet wäre. Stattdessen habe ich private Projekte, die exakt jetzt tatsächlich Termindruck erzeugen können, und ich bin heraus-gefordert davon:

Ich habe Ja gesagt zu einer Projektführung und muss das nun durchziehen, und die Corona-Situation führt dazu, dass ich die Aufregung vieler Mitspieler in diesem im Vergleich dazu so mikrigen Projekt sehr schlecht nachvollziehen kann. Die Kunst ist, selber Gelassenheit zu üben, auch der künstlichen Aufregung gegenüber, die andere zeigen. Und ich habe hier noch sehr viele Lehrstunden und Übung nötig.

Du hörst mich an, Du bist bei mir, und auch wenn Du mich von der Maxime nicht entbindest, dass ich sehr viel mehr persönliche Entscheidungsmacht habe, als ich mir bequemerweise selber weismachen will, so bist Du doch unheimlich geduldig und hältst mich einfach in der Spur. Dein Angebot ist so riesig: Du fängst mich auf. Immer. Gerade und erst recht in solchen Zeiten. Mich Dir zu ergeben, Dir Führungsmacht zu geben und das auch zu leben – Dich wird das nie überfordern. Du kennst Deinen Weg, Du kennst unsere Welt, Du siehst sie klar, und im ruhigen Kern dieser Deiner Welt hältst Du mich fest. Doch es reicht nicht, dass ich mich fesseln lasse. Es gehört dazu, dass ich – gerade wenn wir räumlich getrennt sind – immer wieder den bewussten Schritt in Deine Fesseln mache. Eben genau so, wie Du sagst: Ich bin der Herr meiner Entscheidungen, und mich für Dich zu entscheiden, heisst, genau das zu wagen. Dann entspannt sich alles. Körper und Geist. Dann verändert sich mein Ausdruck und mein Blick auf die Welt. Der tut mir nicht gut, wenn er spöttisch ist. Aber er erfüllt mich und lässt mich für meine Lieben wirken, wenn ich ganz in der Demut lebe, aus der die Dankbarkeit wächst, bei Dir immer geborgen zu sein.

Im Netz der Spinne

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Ich bewundere es immer wieder: Deine Emsigkeit, mit welcher Du das Netz spinnst und pflegst, das sich um mich spannt. Und wenn ich mich ergebe, dann folgt daraus nicht etwa mein Tod, sondern mein Leben. Kein Giftstachel, kein Biss macht mich taub und hilflos. Ich bekomme vielmehr Energie, werde mit Leben erfüllt, fühle Deine Lust und empfange Dein Begehren. Und aus meinem Bewundern wächst immer neu mein Staunen. Ich beschreibe es immer wieder: Welch unfassbares Geschenk, dass ich der bin, den Du willst!

Und ich danke Dir immer wieder. Ich danke meinem Gott. Und wie in jeder Liebe ist keine einzige Wiederholung, keine Aussprache unnötig. Es mag für Aussenstehende banal werden, für mich bleibt es wundervoll: Du willst mich, Du bindest mich, Du formst mich, Du geniesst und leitest.

Oft frage ich mich, ob ich Dir meinerseits genug gebe? Bin ich da? Bin ich bei Dir, oder geniesse ich einfach meine Fesseln? Bleibe ich aktiv, zeige ich Dir, wer Du mir bist? Bekommst Du genug Wertschätzung, Verehrung, Hingabe? Es ist nie genug – das sagt sich so schnell. Aber handle ich auch danach? Spürst Du mich, wie es sich gebührt? Nein. Viel mehr sollte Dir zukommen, viel mehr hast Du verdient, viel mehr noch könntest Du mir zeigen, wäre ich selber aufmerksamer, achtsamer, eifriger – gerade, wenn wir getrennt sind.

Trennung erleben und Durchleben gerade jetzt viele Menschen. Wir können ein Beispiel geben, wie sehr Menschen Bindung pflegen können, auch wenn sie räumlich getrennt sind.

Gnade fühlen, immer wieder

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Jede Zuwendung von Dir ist ein Geschenk, ist Gnade. In der Ganzkörperfesselung ist das körperlich UND seelisch spürbar. Jede Berührung von Dir fliesst durch meinen ganzen Körper. Hirn, Herz und Bauch erhalten Deine Botschaften, die mit meinem Blut durch meine Adern fliessen. Mein Bewusstsein wird komplett von Dir eingenommen, und Du fühlst mit jeder Bewegung, jeder Berührung, jedem Blick, dass Du einen Zauber auf mich legst, dass Du mein Wunder bist.

Und wenn Du mir dann die Berührung Deines Körpers schenkst, wenn ich Dich gar schmecken darf, dann spüre und koste ich, wie gross Deine Freude über Deine Wirkung ist. Die Art, wie Du meinen Schwanz in Deine Hände nimmst, wie Deine Handflächen über mich gleiten, wie Du nach Deinem Besitz greifst… jedes Mal erneuerst und vertiefst Du Deinen Zauber, und Du wirst nicht müde, Dich immer wieder zu vergewissern, dass er wirklich Dir gehört…

Oh, natürlich sorgst Du auch dafür. Du kannst ihn jederzeit einsperren, wegsperren, nur dann hervorholen, wenn DU ihn brauchst…

Mein Leben ist ein Gnadenakt geworden. Ich erlebe Lust und Freude durch Deinen Willen und all meine sexuelle Kraft und Sinnlichkeit gilt Deiner Weiblichkeit.

Schieb Dich auf mich, oh Herrin, und geniesse mich so, wie es Dir beliebt. Und bitte, Herrin, lass Dir Zeit, sei masslos im Genuss und verlange meine Ausdauer, denn mir graut vor dem Moment, wenn Du von mir lässt und mich allein lässt.

Dass ich nie wirklich allein bin ist allerdings ebenso Teil der grossen Gnade, die ich erfahren darf.

Hier lebe ich geborgen

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Nun sind wir also in unserem Verlies. Ich liege gebunden bei Dir. Spüre Dich. Komme zur Ruhe. Bin geborgen. Hier kann uns niemand was. Niemand wird mich allerdings auch hier herausholen. Doch das will ich gar nicht. Ich habe gewählt, und Du nimmst. Licht fällt hinein. Tag und Nacht kommt und geht, und Du bist mir jederzeit genau so wie Sonne und Mond Orientierung.

Innig ist mein Zusammensein mit Dir. Alles darf ich erbetteln, alles, was ich brauche, ersehne, wünsche, kann mir gewährt werden, denn es liegt in Deiner Macht, Lust und Liebe, genau in diesem meinem Wollen leben zu können. Meine Lippen öffnen sich immer für Dich, meine Augen nehmen Deine tiefen, forschenden Blicke auf.

Werden wir gleich über die Welt reden, über uns, über Philosophie, Lebenskunst, die Fügung, die Dankbarkeit für unser Schicksal – oder legst Du Deine Finger auf meine Lippen, versiegelst sie und lässt Deine Fingerkuppen über meinen Körper wandern?

Ich spüre Deine Wärme. Dabei ist mir nicht kalt. Ich zittere, weil mir wohlig ist. Das Licht auf meinem Körper scheint von Dir abzustrahlen. Ich rieche Dein Haar, und Du hörst mich flüstern:

Bitte, Herrin, nimm Deine Hand nicht von mir. Leg Dich zu mir, Herrin, und geniesse mich.

Wie ich gross werde

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Schöne Frauen… ich glaube, ich habe in meinen jungen Jahren kaum je eine angesprochen. Während Kollegen erste Eroberungen machten, war ich den Mädchen ein guter Kollege, auch mal ein Seelentröster – doch selber blieb ich unbeholfen, wenn es darum ging, mich als mehr oder anders darzustellen denn einfach als Frauenversteher in der Gesprächsecke. Eine schöne Frau in einem sexy Outfit schüchterte mich ein. Ich erkannte lange nicht, dass in meinen Grundgenen auch eine Stärke lag, eine Grösse. Ich lernte nicht, sie einzusetzen. Mein innerer Zugang zu mir selber war annähernd asexuell, und das hat sich erst gelöst, als ich meine inneren und äusseren Gesellschaftsbilder einzureissen begann. Vor allem bei den inneren ist mir das mittlerweile gut gelungen, und ich kann mich recht gut leiden, wenn ich mich selber ansehe.

Lange dachte ich, meine devoten Neigungen wären einfach die Folge meines Frusts und das Abbild meines Versagens vor dem weiblichen Geschlecht, das ich aber doch so sehr bewunderte und verehrte…!

Deshalb war jede Erfahrung, jede Begegnung, bei der ich erleben durfte, dass mein Wesen bei der Frau nicht einfach zum Schmunzeln gereichte, sehr, sehr aufregend. Die Momente, in denen ich realisierte, dass ich in meiner Bereitschaft zur Unterwerfung tatsächlich attraktiv für eine Traumfrau wurde, haben mich drei Meter gross werden lassen – und allmählich bin ich danach auch nicht mehr zum Zwerg zurück geschrumpft.

Und nun darf ich mich in einer Femdom-Beziehung einer Frau hingeben, die nicht nur ihre Lust aus meiner Natur schöpft, sondern mir eine Partnerschaft anbietet, und ich erlebe Respekt und Ernsthaftigkeit in einer Weise, die mir erlaubt, mich gänzlich als Mann zu sehen – und zu glauben, nein, zu fühlen, dass ich selber auch genau so gesehen werde. Ein wirklich sehr verstocktes inneres Kind befreit sich und entwickelt sich und wächst heran, bekommt Persönlichkeit und Ausdruck. Oh ja, neben Dir gehe und krieche ich in die Wahrhaftigkeit.

Ich bin Dein Fang

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Es sind nicht die Fesseln, die mich packen, bändigen, einnehmen. Es ist Dein Wesen, Deine Art, mich ganz und gar zu wollen, zu ergründen, zu untersuchen. Du dringst in meine Tiefe, öffnest meine Seele, nimmst mir meine Scham, gibst mir Sicherheit, zeigst mir Deine Freude, bist unermüdlich im Anspruch, Deinen Besitz zu bekräftigen.

Du hast mich eingefangen, schlingst Dich um mich, liegst auf mir, bannst meinen Blick, so dass ich mit geschlossenen Augen erst recht Deinen Blick tief in mir habe.

Du untersuchst meinen Körper, suchst auf meinen Lippen nach jedem kleinen Risschen, streichst mit Deinem Finger über meine Flanke, beisst in meinen Mund, drückst ihn auf, und Deine Zunge schnellt in meinen Schlund. Und dann schleckst Du mich ab, wie eine Tigerin ihr Junges. Dir gehöre ich, Dir allein, und Du ziehst mich auf und richtest mich ab.

Dann verharrst Du wieder, und es scheint, Deine Gedanken werden fort geweht. Deine Augen bekommen einen träumenden Ausdruck, und Du legst die Wange auf meine Brust. Ich möchte Dich halten, umarmen, greifen, beschützen, lecken ficken. Ich möchte Dir gut tun. Und gleichzeitig spüre ich, dass ich das bereits mache, einfach so, weil ich Dein Fang bin und eingenommen bei Dir und unter Dir liege.

Minimale Maske, maximaler Genuss

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Diese Maske ist reine Gnade! Sie setzt mich in die Blindheit, ist absolut lichtdicht und so gepolstert, dass sie ohne Druck fest und sicher sitzt. Dem sklavischen Lecker wird die maximale Freiheit gewährt: Er darf auch mit seinen Wangen, seiner Stirn, mit Kinn und Hals jede Berührung, jeden Windhauch fühlen, und vor allem die Hitze zwischen Deinen Schenkeln und Deinen Duft aufnehmen, bevor Du dazu schaust, dass ich Dich auskoste. Du legst Deine Schenkel wie ausgebreitete Schwingen über mich und sorgst mit sicherem Gespür für Deinen ganz natürlichen Sitz auf meinem Gesicht. So vereint uns das Gefühl, dass wir für einander gemacht sind, bis es sich zum uns verbindenden Rausch steigert. Und nichts kann Dich dazu bringen, Dich von mir zu lösen. Deine Stiefeletten drücken sich in meine Oberarme. Ich liege in einem berauschenden Schraubstock – und wünschte mir, ich würde nie befreit!

Mehr brauchen wir nicht für die Ewigkeit. Es ist ein irdischer Himmel, der sich über uns spannt, genährt von unserer Lust. Wie Gravitation kommt mir meine Fixierung auf Dich vor, meine komplette Ausrichtung auf Dich, meine Göttin. Die Körperlichkeit mag irdisch sein – doch jede neue Verbindung in Liebe und Lust erhebt unsere Körper zu Tempeln himmlischer Freude. Und ich will einfach, dass Du Dich so wunderbar schön findest, wie ich Dich sehe. Oh ja, ich sehe Dich immer! Keine Binde kann das ändern, und was ich sehe ist niemals dunkel oder karg, sondern voller Licht und Zuwendung.

Ich Hilfloser

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Manchmal bin ich selbstvergessen und verliere mich in meinen eigenen Wuseleien. Dann stehst Du plötzlich und komplett unverhofft vor der Leere einer ausbleibenden Verrichtung, eines unterlassenen Dienstes, und wir haben gerade Beide keine Worte mehr.

Ich würde mich dann gerne im Boden verkriechen, die Uhr, die Zeit zurückdrehen und „den Tag nochmals anfangen“. Doch das geht nicht. Wir stehen einfach da, vor dem Fakt. Und das fühlt sich sehr elend an.

Wie gerne würde ich dann in diesen hängenden Sack gesperrt und gehängt und könnte in auch physischer Hilflosigkeit Dir wenigstens Tribut entrichten. Doch in der virtuellen Bindung ist die Tatsache der räumlichen Distanz nie schmerzvoller als in diesen Momenten.

Doch da ist ja nie nur dieses hängende, hilflose, schwache Fleisch – da ist die Herrlichkeit meiner Herrin und Deine jahrelange Erfahrung mit meinen Versäumnissen. Sie sind Dir so oft unverständlich – wie könnte es auch anders sein? Und doch findest Du immer wieder den Weg, uns Beiden Mut zu machen und mich zu führen. Und dann fühle ich Deine Hand, die mich nicht länger baumeln lässt, und Deine Hände, die sich an mir zu schaffen machen, und irgendwann sehe ich nicht nur das Licht durch die Gitterstäbe fluten, sondern fühle auch die Kraft in mir, die Dich und den Dienst für Dich doch so sehr will, und alles, was mich von Dir ablenkt, wird kleiner – über das Entsetzen des Augenblicks hinaus, getragen im immer wieder neu aufgenommenen Alltag, der mit Dir immer als Ehrentag gelebt werden soll.

Deine Züchtigung annehmen

credit: courtesy of Sardax Art

Wenn Du mir meine Züchtigung ankündigst, wird mein Mütlein klein. Doch mir ist alles darum herum eine Hilfe, um mich in die Bejahung einzufinden, denn die Sinnlichkeit und die tiefe innere Botschaft ist jeder Züchtigung genau so eigen wie jede andere Zuwendung auch: Ich erfahre Zuwendung, Hilfestellung, Leitung, und was sich mit den Schlägen über mich legt und in mir ausbreitet ist ein heiliger Ernst: Du willst mich, Du richtest mich ab, weil Du an mich glaubst. Und darin liegt kein Druckversuch, sondern schlicht die Botschaft, dass Du mich siehst und erkennst und förderst, was Du in mir liebst. Ich muss nur zulassen. Und lernen. Deine Züchtigung legt frei, was ich bin, und die Zelebration, die Vorbereitung, der fokussierte Verlauf bringen mich bereits in eine empfangende Demut, die nicht fliehen, sondern büssen will.

Die Fesseln krallen, würgen mich nicht, sie halten mich fest, sie bekräftigen, sie zeigen mir, dass Flucht nicht möglich, und Widerstand nicht nötig ist. Denn im Druck meiner Fesseln liegt auch meine Wahrnehmung, mit welcher Sorgfalt und Bedachtsamkeit Du sie angebracht hast und wie Du dabei immer wieder mit Deiner Hand über meinen Körper gestreift bist.

Ich sehe im Spiegel mein Gesicht und fixiere mein Wesen und meine Bestimmung. Und ich werde daneben Dein Antlitz sehen, wenn Du hinter mich trittst, bereit, mir meine Bestimmung zu zeigen umd mich anschliessend genau darin aufzufangen.

In Zeiten wie diesen

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Wenn die Welt – persönlich gefühlt – verrückt spielt, ist es naheliegend, seine Sicherheit in der eigenen inneren Welt, im kleinen Zirkel, in der Gemeinschaft und Vertrautheit mit den Liebsten zu suchen – und dort ist sie auch zu finden, gerade indem wir uns jetzt erst recht zeigen, dass wir einander verstehen, dass wir eine gemeinsame Sprache haben und uns in unseren Bedürfnissen achten, erkennen und respektieren – und uns geben, was wir uns wünschen. Lust und Verbindung in Vor-Liebe und der Vereinigung der Sinne und Sehnsüchte ist eine Gnade und ein Trost, eine Antwort auf übertriebene Angst und eine Besinnung auf die eigene Erde, auf deren festen Grund wir stehen können.

Oh ja, sklave und Herrin sein, Partner sein, heisst, in allen Zeiten, auch scheinbar noch so aufgeregten, bei sich zu bleiben und zu sehen, dass eigenes Befinden, Zeit und Hinwendung zum ständigen Gegenüber Ruhe und Geborgenheit nicht nur verspricht, sondern schafft und gewährleistet.

Es ist schön, Deiner Lust zu dienen und damit aller unwirklichen Aufregung die Bestätigung meines täglichen Auftrags und meines bleibenden Sinns entgegen zu setzen – und Deinen Zugriff zu erfahren, zu fühlen und wirken zu lassen.

Ehrfurcht und Triumph

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Mein Staunen über Deine Lust wird nie enden. Wenn Du Dich öffnest, wie eine Blüte, die man im Zeitraffer filmt, dann erfüllt sich mein Leben und ich knie da und kann nie wirklich fassen, was mir von Dir geschenkt wird.

Und dann sehe ich hoch, sehe die Lust in Deinen Augen leuchten und habe Deinen feucht glänzenden Schoss vor mir, und ich bin sklave und König zugleich.

Zwischen Deinen Schenkeln wohnt das Leben und die Lust, und ich spüre diesen Deinen Bann oft bis in die Fingerspitzen. Meine Flimmerhärchen stellen sich auf, jede Pore meiner Haut atmet, und ich fühle mich klein und gleichzeitig gross. Nirgends verbinden sich Ehrfurcht und Triumph so unmittelbar miteinander wie in der Lust.

Und dann magst Du nicht mehr reden, nicht flüstern, nur atmen und beben und leben – am Lebensquell mit Energie genährt, die Dich durch Deine Tage trägt, irdisch mit mir verbunden und himmlisch begehrt.

Glücklich unterworfen

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Ich fühle mich in der Gefangenschaft meiner Herrin behütet, geborgen. Bin ich ein schwacher Mensch, weil ich mich führen lassen, mich unterwerfen will? Es kümmert mich, ehrlich gesagt, nicht. Auf jeden Fall kann ich vertrauen – und damit meiner grossen Liebe ein Geschenk machen.

Dass Du das als Geschenk siehst, und dass Du die Führung wahrnimmst, sagt eines ganz sicher aus:
DU bist ein starker Mensch mit einer ganz besonderen Persönlichkeit. Dir ist Verantwortung keine Last, Du liebst Sorge, Leitung und Bestimmung und belohnst uns Beide mit Genuss und Freude. Du wirst mir antworten, dass wir Beide besondere Persönlichkeiten sind, die sich gefunden haben und gegenseitig stärken. Dazu gehört, dass wir ehrlich sind zueinander und zu uns selbst. Wir zeigen uns so, wie wir sind, wir legen uns offen und wir werden gehalten. Das ist auch für mich, für die Person hinter Gittern und in den Fesseln zentrale Aufgabe: Auch ich habe Verantwortung. Indem ich Deine Botschaften annehme, Dir immer zeige, dass Du mich erreichst, halte auch ich Dich und gebe Dir Sicherheit und Gewissheit, mit mir auf dem richtigen Weg zu sein.

Mir helfen Ketten und Fesseln, mich zu erkennen, ich habe unzählige physische Impulse, direkte Einwirkungen auf meine Psyche, die mir helfen, intensiv wahrzunehmen und zu wachsen. Dennoch bist es Du, die in aller Freiheit auf unserem Weg voran gehst. Du zeigst mir, wie Du selber an Dir arbeitest, Deine Muster darauf überprüfst, ob Du Deinem Besitzanspruch gerecht wirst, und das berührt mich immer wieder ganz tief. Also bitte ich Dich, schau auf Deinen sklaven, sieh, wie glücklich und dankbar er ist, denn er wertschätzt Deine Liebe und Energie, mit der Du Dich um meine Abrichtung kümmerst und dabei immer darauf achtest, dass der Mensch in Deinen Fesseln Dir getreu seinem eigenen Wesen auch in seinem Innersten folgen kann.

Unser Trieb für meine Abrichtung

credit: Illustration vom diener der SHI – courtesy of The English Mansion

Es gibt in jeder Unterwerfungsbezeugung und -handlung diesen Moment, in dem der leise Rausch der Macht und die unmittelbare Erfahrung der Unterordnung die Schwelle übertreten, hinter welcher die Situation körperlich und geistig so intensiv empfunden wird, dass auch die entsprechenden Triebe aufflammen. Es ist eben nicht nur der Fetisch, der mich treibt, sondern die Erfahrung, dass Du, meine Partnerin, meine Bezeugung, meine Unterwerfung wahrhaftig willst, sie verlangst, einforderst und mit Nachdruck agierst.

Ich spüre es am Druck Deines Fusses, ich sehe es an Deinem Oberkörper, der sich leicht vorneigt und an Deinem Knie, das Du hochziehst und ganz leicht zur Seite bewegst. Und ich sehe in Deine Augen und bemerke Deinen entschlossenen Blick, und ich höre Deine Stimme, welche genau so spricht wie Dein Körper, und ich fasse Deinen Fuss und beginne zu lecken und beobachte selber ganz genau, was auch Du siehst: Dass ich mir noch mehr Druck wünsche und exakt diese Botschaft empfangen will, die Du bereit bist, zu verkörpern und zu vertiefen:

Ich, deine Herrin, unterwerfe dich und sehe dich als meinen unterwürfigen sklaven, und genau so wünsche ich mir dich und richte ich dich ab.

Nähe ist heilig, Intimität ein Geschenk

credit: Illustration vom diener der SHI – courtesy of kink.com

Darf ich Dich berühren, so erfasst mich eine ganz besondere Ehrfurcht. Mir ist nach einem kurzen Innehalten vor dem Wunder, und ich mache mir bewusst, wie viel Bestimmung UND Gnade darin liegt, mit meiner Anbetung willkommen zu sein.

Du führst mich eng bei Dir, Du teilst meinen Wunsch nach Berührung, und die entsprechende Nähe macht mich glücklich, versöhnt mich mit der grossen Einsamkeit, die ich früher gespürt habe. Diese Erinnerungen kommen aus einem früheren Leben, so weit weg gerückt sind sie durch Deine Präsenz und Gegenwart. Du willst mich fühlen. Und Du geniesst meine Ehrfurcht, nimmst sie ganz natürlich an, und dafür danke ich Dir ganz besonders.

Es ist unbezahlbar schön für mich, suchst auch Du die Nähe zu mir – und darf ich darum betteln, sie zu erfahren, wann immer ich mich sehne.

Du gehst sehr intim mit mir um, zeigst Dich, willst mich fühlen, spüren, geniessen. Dass Du meine Unterwerfung in Verbindung mit Deiner Lust, mit dem Genuss für Deinen Körper suchst, legt mir Dich als Zauber dar. Du bist mir ein Geschenk der Schöpfung, und Dir nahe sein, Dich fühlen und lieben zu dürfen, ist mir Herzverlangen. Ich kann Deine Gunst gar nicht verdienen – sie bleibt immer ein Wunder – doch indem ich dies sehe und Gott und Dir dafür danke, immer und immer wieder, wird mein Staunen darüber nie enden – und ich immer weiter Zeugnis dafür ablegen.