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Wille und Liebe

Du bist krank, ich bin auf Reisen.
Wir suchen und finden unsere Mitte.

Und in allem weiss ich:

Ich habe eine Heimat.
Ich habe eine Herrin.
Ich habe Sehnsucht.

Liebe lebt in uns.

Gefühle und Bedürfnisse

credit: Ausschnitt eines Printscreens von divinebitches.com, illustriert vom diener der shi – courtesy of kink.com

Gibt es eine Ratio jenseits der Gefühle?

Als sklave muss mir das Gefühl meiner Herrin Wahrheit sein, Grundlage, Orientierung. Äusserst Du Verstimmung, so ist dieser Zustand eine Tatsache, die mich umtreibt. Aber wie soll und darf sie das? Womöglich verstehe ich sie nicht, fühle mich falsch verstanden, bin mir keiner Schuld bewusst, kann das Ausmass der Verstimmung nicht begreifen? Verletzter Stolz führt dazu, dass mein eigenes Gefühl mächtiger ist als das Deine. Ich fühle mich in die Enge getrieben, bedrängt. Und dann geht spätestens vergessen, was hätte schon am Anfang stehen sollen:

Betroffenheit über Deine Stimmungslage. Meine eigene Stimmung müsste komplett auf Deine ausgerichtet sein. Ich dürfte gar nie recht haben wollen. Meine Herrin hat einen Vorgang so erlebt, wie sie ihn erzählt, und DAS allein hat mich zu interessieren. Ihr Gefühl aufzuhellen, sie aufzufangen, muss mir Bedürfnis sein.

Wenn das gelingt, werde ich am Ende feststellen, dass ich mit meinen eigenen Gefühlen geborgen bin in Deinen Armen. Ich gehe mit meinen Gefühlen nicht unter. Weil es Dein Bedürfnis als meine Herrin ist, dass ich meine Dienste für Dich im Gefühl verrichte, mit all meinen Schwächen und Sehnsüchten bei Dir geborgen zu sein. Nur so verschmelzen meine Gefühle wahrhaftig mit den Deinen, wenn wir auf unsere Herrin-sklaven-Beziehung schauen.

Mein Kragen

credit: printscreen von kinkuniversity.com illustriert vom diener der shi – courtesy of kink.com

 

 

Halsbänder – das klassische Merkmal für SM-Spiele, gerade auch dann, wenn da draussen irgendwo plakativ unsere Welt dargestellt werden soll… aber nur, weil man ein Halsband sieht, weiss man nicht, wie es sich für uns anfühlt, es zu tragen… Es ist weich, verspielt, eng, schmal, breit, lose, kühl, schwer, streng, es berührt mich mit Deiner Güte oder lässt mich Deinen Anspruch fühlen. Könnten wir zusammen leben, hätten wir unzählige davon – und doch wäre uns eines das Liebste. 

Ich fühle mich damit sexy, es erinnert mich ständig an meine Stellung, ich bewundere es, wenn es so perfekt beides ist: Anschmiegsam und Fesselnd. Und es ist ja nicht nur das Halsband. Es ist auch die Leine, die Kette und der Zug daran, Deine Führung, Deine Ansprache, Deine Lust.

Und je enger die Bindung, je endgültiger das Halsband… Die Eisen erregen mich, die Ketten, die Kühle, die Schlösser, die irgendwann vielleicht wegen Schweissnähten überflüssig werden…

Eifrig

Am glücklichsten, Herrin, bin ich, wenn ich selber meinen Eifer spüre, wenn ich fühlen kann, dass ich mit meiner Begeisterung Freude bereite. Es ist das einzige Schmeicheln, das immer ehrlich und aufrichtig ist. Und mein Eifer, Dir zu gefallen, für Dich tätig zu sein, Dir Zeichen meiner Unterwürfigkeit und Hingabe zu schenken, ist da. Manchmal fliesst dann einfach alles ganz natürlich in einander über – und alles hat seinen Platz, ist eingebettet in Deine Gnade, mit der Du all mein Dienen wohlwollend annimmst und lüstern geniessen kannst.

credit: printscreen von meninpain.com – illustriert vom diener der shi – courtesy of kink.com

Mein Eifer möchte Dich mitreissen, und es ist wunderschön, zu erleben, wie Du mitgehst, wie Du in der Begegnung immer schon da bist. Nie habe ich es erlebt, dass Dir irgend ein Dienst von mir gleichgültig gewesen wäre. Da ist das Spiel mit der Hinhaltung etwas ganz Anderes: Mein Eifer und mein Hang zu Bondage passen ganz wunderbar zusammen, und manchmal habe ich das Gefühl, dass, wenn Du mich gebunden hast, Du eine Ewigkeit einläutest. Die Minuten werden zu Stunden, der Genuss zelebriert, und die freudige eifrige Lust im Korsett der Fesselung ist eine Süssspeise, die auf der Zunge schmilzt, bevor sie runter geschluckt wird. Nichts wird vergeudet, kein Moment der Lust nicht ausgekostet, der Augenblick gefeiert – denn wir wissen, wie kostbar er ist.

 

Du bist so schön

Du spürtest so viel Gleichgültigkeit, mangelnde Wertschätzung. Das da unten ist zwar das Loch, das Mann fickt, aber irgendwie ist es gruselig oder auf jeden Fall komisch.

Wie wunderbar hat da meine Freude an der weiblichen Schönheit zu Deinem Sehnen gepasst! Ich habe Dir von Deiner Schönheit vorgeschwärmt, sie Dir immer wieder beschrieben – ich durfte sie Dir zeigen. Doch ich habe manchmal meine Worte gleich selber abgewertet, weil ich Deine Erzählungen von Deinen eigenen Lustmomenten nicht aufgegriffen habe. Auch für mich ist Vieles neu, und so oft hindert uns die Scheu vor unseren innersten Empfindungen für unseren Körper daran, ihn wirklich wahrzunehmen und zu erkunden. Du hast Dich geöffnet, Dich eingelassen, Du willst meinen Worten glauben und fühlst meine Freude, Dir in Deiner Lust zu dienen. Du beginnst, mir zu zeigen, was Du selber suchst, es mit mir zu entdecken, Deiner Lust noch mehr Raum zu geben, und ich bin begeistert von der Aussicht, Dir wieder und wieder meine Verehrung zu schenken.

Wir können auf tatsächliche Erlebnisse bereits zurück greifen und schwelgen darin Beide. Wir halten es fest und fühlen uns immer wieder hinein in Deinen Schoss, diesen Ort der vollkommenen Lust, wo ich so sehr willkommen bin, dass ich nur mehr ein Glücksrauschen im Kopf habe.

Ich danke Dir, Herrin, und verehre dich auch für jeden Lustmoment, den Du in der Zukunft noch mit mir teilen wirst. Schau Dich an, fühle Dich, rieche Dich, schmecke Dich. Du bist so unfassbar begehrenswert, dass ich nie Worte dafür finde, aber immer eine Zunge haben werde, die Dir gehört.

credit: printscreen bei divinebitches.com illustriert vom diener der shi – courtesy of kink.com