Du bist meine Leibherrin

vom Diener der strahlenden Herrin Isis

Du weisst, Herrin, ich habe genau Dich gesucht – und entgegen meiner Ansicht, die Suche wäre sinnlos, hat etwas in mir niemals aufgegeben.

Was ich hinter mir hatte, waren arrangierte Begegnungen, bezahlte Momente einer Ahnung von Realität. In ihnen war so viel Herz dabei, dass daraus Freundschaften wurden – aber niemals war ich mit einer dieser Frauen so verbunden, dass wir uns in unserer Wesensart in die Seele schauen konnten. Du weisst, ich war der Meinung, ich hätte aufgegeben. Es gab eine stillen inneren Abgleich, der mich dankbar sein liess für eine Art Grundgefühl, das mich wissen liess, dass das, was ich an devoter Hingabe in mir spürte, verstanden werden, geteilt werden könnte – aber nicht in meinem Leben, in meinen Umständen. Ich führte ein Blog, um genau dies festzuhalten und diese Bejahung des Dienerwesens, ja der sklavenschaft festzustellen – für andere gequälte einsame Seelen. Der Frieden in der Erkenntnis, dass mein Verständnis von Verehrung und Devotismus ein Schatz ist, war gewonnen, aber ich wollte auch die Suche beenden nach einem Mehr, das ich so lange nicht gefunden hatte und mich ruhelos hatte werden lassen. Ich wollte nicht mehr suchen, nicht mehr gequält werden, nicht mehr in Lust aufbegehren gegen die Leere, die davor und danach folgen würde. Ich hatte begonnen, mir die ruhige Stille der leisen Resignation zu wünschen, die sich arrangieren wollte mit dem Glas, das niemals würde voll sein können.

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credit: illustration: diener der shi nach einem Printscreen von divinebitches.com | kink.com

Und dann wurde ich von Dir gelesen. Von einer Frau, der ich mit meinen Worten Mut machte, dort anzufangen, wo ich gerade aufhören wollte. In dem Moment, in dem ich bereit war, die Entbehrung zu akzeptieren, kamen Deine ersten Mails, und die wollten genau das Gegenteil. Sie wollten entdecken und lebendig werden lassen, was ich gerade so unbeholfen zu begraben versuchte.

Aber warum nahmen wir Beide das Risiko auf uns, masslos enttäuscht zu werden, einem Fake aufzusitzen? Weil von allem Anfang an Deine Kraft in jeder Zeile spürbar war. Du warst und bist die einzige Frau, die mich wirklich will. Die mein Dienen will. Ich fand in Dir den Menschen, der alles, was ich empfand, noch intensiver zu fühlen schien und mindestens genau so ersehnte! Du hast noch mehr als ich geschrieben, und als wir immer freier wurden im Eingestehen unserer Sehnsucht, warst Du noch hungriger, noch gieriger, und Deine Geilheit noch grösser und freier als meine. Immer hast Du mir Mut gemacht, mich herausgefordert, dann gefordert und dabei immer angenommen. Du hast nicht nur genommen, was ich Dir geben konnte, Du hast auch angenommen, was fehlte. Du hast den Stand unserer Übereinstimmung zur Grundlage für unser Wachstum gemacht und mich vom ersten Schritt an als Herrin geführt.

Du bist eine wahrhaftige Erzieherin, und Du sollst in mir einen Diener haben, den Du weiter ausbilden kannst für Deine Lust, die, obwohl Du viel mehr Berührung erfährst als ich, so oft brach vor Dir liegt, so dass Du Dich missachtet fühlst in der Tiefe des wundervollen Angebots, das eine Frau mit Ihrem Wunsch, empfangen zu dürfen, einem Mann machen kann.