sklavische Meditation

credit: printscreen, illustriert vom diener der SHI – courtesy of kink.com

In der Unterwerfung und Auslieferung liegt eine Ergebung. Es ist keine Flucht oder Feigheit – und es ist im BDSM schon gar nicht ein Zwang, der mich die Rolle annehmen lässt, die meinem Wesen entspricht.

Die Orientierungslosigkeit ist nur zu Beginn, wenn überhaupt, auch eine verstörende Hilflosigkeit. Ich kann nichts sehen und vermag gleichzeitig nicht zu sagen, wo ich hinhorchen soll. Mein Blick geht ins Dunkel, ich ziehe womöglich instinktiv den Kopf ein. Ich werde Deine besänftigende, wissende Berührung, Deine Führung brauchen, die mir bestätigt, dass ich zurecht vertraue. Aber schon jetzt bleibt mir nichts anderes, als mich zu beruhigen, zu atmen, zu lauschen. Aber nicht nur nach aussen, sondern auch nach innen. Blick und Atmung können sich nach innen kehren. Die Fesseln sind eng, aber sie machen auch deutlich, dass es sinnlos ist, irgend etwas abwehren zu wollen. Meine körperliche Unversehrtheit liegt in Deiner Macht, aber noch immer bin ich es, der Dir auch meine Seele öffnen will. Ich will mich ja binden, weit über das Seil und die Augenbinde hinaus. Und ich bringe in diese Bindung alles mit ein, was mich ausmacht. Diese Dinge denke ich in diesem Moment, aber vor allem fühle ich sie.

Es ist eine Art sklavische Meditation, und während ich mich beruhige, erfasst mich ein tiefes Dankbarkeitsgefühl für die geschenkte Erfahrung, für die Gelegenheit, mit mir und bei mir zu sein. Es ist ein grosses Geschenk, dass Du Dich dafür interessierst, dass Du mich so willst, wie ich bin und Du Deine ganz persönliche Freude daraus ziehst.

Ist meine Ruhe gefunden und stehe ich oder sitze oder liege ich in ihr, so höre ich Dich von weit her kommen. Deine Hände streicheln meine Wangen, dann setzt Du mir mit geschickten Fingern Earbuds ein und ich höre plötzlich Deine Stimme, während Dein Schritt verhallt… Nun dringen Deine Botschaften mit Deiner warmen, feinen Stimme tief in mein Hirn und strömen durch meinen Körper. Ich nehme sie auf, empfange sie, lass sie wieder gehen, denn sie kommen wieder… mein Körper ist das Gefäss, meine Seele und Wahrnehmung wie Unterbewusstsein werden von Deinen Worten geflutet…

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